Bei israelischen Luftangriffen auf die Stadtteile Nasr und Zeitoun in Gaza-Stadt sind am 18. Juli 2026 mindestens neun Menschen getötet und mehrere weitere verletzt worden, während eine seit Oktober geltende Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas weiterhin brüchig bleibt.

Lage in den betroffenen Stadtteilen

Im Stadtteil Nasr gab es nach Angaben des Schifa-Krankenhauses mindestens fünf Todesopfer. Demnach wurden sechs Personen verletzt. Bei einem weiteren Angriff im Stadtteil Seitun wurden vier Menschen getötet, wie ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens mitteilte. Damit summieren sich die Opfer der beiden gemeldeten Angriffe auf mindestens neun Tote.

Das israelische Militär erklärte mit Blick auf beide Angriffe, es seien Mitglieder der Terrororganisation Hamas und ihre Infrastruktur attackiert worden. Man prüfe die Angaben. Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht zu den zivilen Opferzahlen, die von palästinensischen medizinischen Stellen genannt wurden.

Waffenruhe und anhaltende Gewalt

Trotz einer Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas greift das israelische Militär fast täglich den Gazastreifen an. Die Waffenruhe war im Oktober in Kraft getreten. Seitdem sind die Kampfhandlungen offiziell eingestellt, doch Berichte über Luftschläge und Bodeneinsätze haben sich seither gehäuft.

Seit Inkrafttreten der Waffenruhe im Oktober wurden nach Angaben der Hamas mehr als 1.100 Menschen getötet. Diese Zahl wird von den israelischen Stellen nicht in gleicher Weise bestätigt. Unabhängige Überprüfungen der Opferzahlen sind unter den Bedingungen des Konflikts nur eingeschränkt möglich.

Die Angriffe vom 18. Juli 2026 ereigneten sich in zwei verschiedenen Stadtteilen der Stadt Gaza. Der Stadtteil Nasr liegt im Osten der Stadt, während Zeitoun weiter nördlich angesiedelt ist. Beide Viertel gelten als dicht besiedelte Wohngebiete mit überwiegend ziviler Bevölkerung.

Reaktionen und Prüfung der Berichte

Medizinisches Personal des Schifa-Krankenhauses und Mitarbeiter des Gesundheitswesens vor Ort berichteten übereinstimmend von einer unübersichtlichen Lage nach den Einschlägen. Rettungskräfte seien im Einsatz, um Verschüttete zu bergen und Verletzte in nahegelegene Kliniken zu bringen. Die genaue Zahl der Verletzten in Zeitoun wurde zunächst nicht beziffert.

Diese Nachricht wurde am 18.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Der Sender berief sich bei seinen Angaben auf das Schifa-Krankenhaus, auf einen Mitarbeiter des Gesundheitswesens sowie auf Erklärungen der israelischen Armee. Auch die Nachrichtenagenturen AFP und APA griffen die Meldung auf.

Internationale Beobachter und humanitäre Lage

Internationale Beobachter verfolgen die Lage mit wachsender Sorge. Die anhaltende Gewalt in Gaza-Stadt steht im Widerspruch zu den Vereinbarungen der Waffenruhe, die unter Vermittlung mehrerer Staaten zustande gekommen war. Appelle zur Einhaltung der Vereinbarung werden von verschiedenen Seiten erneuert.

Die israelische Armee kündigte an, die Berichte über zivile Opfer zu prüfen. Eine Stellungnahme dazu, ob die Angriffe gegen Ziele der Hamas gerichtet gewesen seien oder ob auch zivile Strukturen betroffen waren, blieb zunächst offen. Die Prüfung werde einige Zeit in Anspruch nehmen, hieß es aus militärischen Kreisen.

Die humanitäre Lage im Gazastreifen bleibt nach Einschätzung von Hilfsorganisationen angespannt. Wiederholte Angriffe auf Wohngebiete verschärfen die Versorgungskrise der Bevölkerung. Krankenhäuser arbeiten nach eigenen Angaben am Rand ihrer Kapazitäten.