Der Krieg gegen Iran hat massive Auswirkungen auf die Bauindustrie in Deutschland, wo die Preise für Asphalt aufgrund steigender Ölkosten deutlich anziehen.

Bitumenpreise verdoppeln sich

Bitumen, ein Hauptbestandteil von Asphalt, ist ein direktes Erdölprodukt und unterliegt starken Preisschwankungen. Durch den Konflikt im Nahen Osten haben sich die Kosten für Bitumen innerhalb weniger Wochen verdoppelt. Dies führt zu einer Kettenreaktion in der Bauwirtschaft, da Asphalt voraussichtlich um 30 Prozent teurer wird. Einige Raffinerien haben die Preise für Bauunternehmen bereits um 20 Prozent erhöht.

Ein Problem dabei: Bitumen kann nicht gelagert werden, was Unternehmen zwingt, sich den aktuellen Marktpreisen zu unterwerfen. "Die Situation ist extrem angespannt", sagt Peter Hübner vom Deutschen Asphaltverband. "Die Bauunternehmen stehen vor enormen finanziellen Herausforderungen."

Bauindustrie fordert Preisanpassungsklauseln

Angesichts der sprunghaft gestiegenen Materialkosten sucht die Bauindustrie nach Lösungen. Preisgleitklauseln in bestehenden Verträgen werden diskutiert, um die zusätzlichen Belastungen abzufedern. Ein ähnliches Vorgehen gab es bereits nach dem russischen Angriff auf die Ukraine.

Marco Bokies von der Deutschen Bauindustrie betont: "Ohne solche Regelungen werden viele Projekte unwirtschaftlich." Die Branche warnt vor Verzögerungen bei Straßenbauvorhaben und anderen Infrastrukturmaßnahmen.