Nach internationalem Recht haben Schiffe das Recht, die Straße von Hormus zu durchfahren, selbst wenn diese in territorialen Gewässern liegt, solange die Passage unschuldig und kontinuierlich erfolgt.
Rechtliche Grundlagen
Die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, liegt teilweise in den Territorialgewässern des Iran und Omans. Dennoch gilt hier das Prinzip der "unschädlichen Durchfahrt", das im Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen verankert ist. Dieses Recht ermöglicht es Schiffen, die Zwölf-Meilen-Zone eines Küstenstaates zu passieren, ohne dass dieser Gebühren für die bloße Durchfahrt erheben darf.
Nele Matz-Lück, eine Expertin für internationales Seerecht, betont: "Küstenstaaten können zwar Gebühren für bestimmte Dienstleistungen wie Schlepp- oder Hafenangebote verlangen, aber nicht für die Durchfahrt an sich." Dies sei ein zentraler Grundsatz, der auch für andere internationale Wasserstraßen wie den Suezkanal oder die Küstengewässer Albaniens gelte.
Praktische Auswirkungen
Die Regelung hat erhebliche wirtschaftliche und politische Konsequenzen, insbesondere für den Iran, der die Straße von Hormus kontrolliert. Obwohl das Land theoretisch die Möglichkeit hätte, die Passage einzuschränken, ist es durch das internationale Recht gebunden. Dies verhindert, dass einzelne Staaten lebenswichtige Handelsrouten willkürlich blockieren oder monetarisieren können.
Die Straße von Hormus ist eine der am stärksten frequentierten Wasserstraßen der Welt, durch die ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels fließt. Die klaren rechtlichen Rahmenbedingungen sorgen dafür, dass diese Route trotz politischer Spannungen offen bleibt. Oman, als weiterer Anrainerstaat, spielt hier eine wichtige Rolle, da es die Einhaltung des internationalen Rechts unterstützt.
Fazit
Die rechtliche Lage zeigt, dass die Straße von Hormus zwar in territorialen Gewässern liegt, aber dennoch für die internationale Schifffahrt frei zugänglich bleiben muss. Dies ist ein entscheidender Faktor für die Stabilität des globalen Handels und die Sicherheit der Schifffahrt in dieser strategisch wichtigen Region.

