Feneberg beantragt Schutzschirmverfahren – Millionenverbindlichkeiten belasten den Edeka-Partner Kempten, 8. April 2026 Der Lebensmittelhändler Feneberg hat am 9. Januar 2026 ein Schutzschirmverfahren beantragt, nachdem strukturelle Defizite im Filialnetz und die Folgen der Insolvenz der ehemaligen Tochtergesellschaft Allgäu Fresh Foods den Konzern in die Krise stürzten.
## Hintergrund der Krise Die Feneberg-Gruppe, ein langjähriger Partner des Edeka-Verbundes, steht vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Neben den strukturellen Problemen im Filialnetz belasten hohe Pensionsverpflichtungen in Höhe von fast 100 Millionen Euro das Unternehmen. Diese Verbindlichkeiten haben sich im Laufe der Jahre angesammelt und tragen maßgeblich zur aktuellen Situation bei.
Ein weiterer kritischer Faktor ist das subordinierte Darlehen in Höhe von 20 Millionen Euro aus früheren Restrukturierungsrunden. Dieses Darlehen verschärft die Liquiditätsengpässe und hat die Handlungsfähigkeit des Unternehmens weiter eingeschränkt. Die Kombination dieser Faktoren führte schließlich zur Entscheidung, das Schutzschirmverfahren zu beantragen.
## Rechtliche Schritte und Verfahren Das Insolvenzverfahren wird von Jochen Sedlitz von der Kanzlei Grupp Brugger geleitet. Sedlitz ist für die Durchführung des Verfahrens autorisiert und wird die nächsten Schritte koordinieren. Parallel dazu überwacht der Ulmer Anwalt Martin Hörmann als Sachwalter die Prozesse, um die Interessen aller Beteiligten zu wahren.
Ein entscheidender Meilenstein wird die Gläubigerversammlung am 10. Juni in Kempten sein. Dort sollen die Umstände der Insolvenz geprüft und über einen Insolvenzplan abgestimmt werden. Diese Versammlung wird voraussichtlich klären, ob eine Sanierung des Unternehmens möglich ist oder weitere Maßnahmen erforderlich sind.
## Ausblick und nächste Schritte Die Zukunft von Feneberg hängt maßgeblich vom Ergebnis der Gläubigerversammlung ab. Sollte der Insolvenzplan angenommen werden, könnte das Unternehmen eine Chance auf Restrukturierung erhalten. Andernfalls drohen weitere rechtliche Schritte, die die Existenz des traditionsreichen Lebensmittelhändlers gefährden könnten.
Die Branche beobachtet die Entwicklungen mit Spannung, da Feneberg nicht nur regional, sondern auch als Edeka-Partner von Bedeutung ist. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob das Unternehmen die Krise bewältigen und langfristig stabilisiert werden kann.
