Inflation Österreich Mai 2026: 3,7 Prozent, Flüge treiben | nachrichten360
Inflation in Österreich steigt im Mai auf 3,7 Prozent – Flugtickets als größter Preistreiber
Wien, 17 Juni 2026
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Kurzfassung
Die Inflationsrate in Österreich ist im Mai 2026 auf 3,7 Prozent gestiegen, nach 3,4 Prozent im April. Vor allem Preissprünge bei Flugtickets sowie höhere Treibstoff- und Heizölkosten trieben die Teuerung, während Strompreise weiter sanken.
Wien, 17 Juni 2026
Die Inflationsrate in Österreich ist im Mai 2026 auf 3,7 Prozent gestiegen, nachdem sie im April noch bei 3,4 Prozent gelegen hatte, wie die Statistik Austria am Mittwoch mitteilte.
Dienstleistungen als größter Preistreiber
Wie die Statistik Austria heute mitteilte, kletterte die Teuerungsrate im Mai auf 3,7 Prozent, nach 3,4 Prozent im April. Damit wurde eine frühere Schnellschätzung bestätigt. Im Monatsvergleich stieg das durchschnittliche Preisniveau in Österreich um 0,1 Prozent.
Hauptverantwortlich für den Anstieg waren Dienstleistungen, auch Preiserhöhungen bei Treibstoff und Heizöl trugen dazu bei. Damit vergrößerte der Dienstleistungsbereich seinen Anteil als bedeutendster Preistreiber weiter, so Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk laut Aussendung. „Vor allem Preissprünge bei Flügen waren für die Erhöhung der Inflationsrate verantwortlich“, erklärte Lenk.
Flugtickets und Treibstoffe verteuern sich deutlich
Ohne die Preissprünge bei Flugtickets wäre die Inflation laut Statistik Austria bei 3,5 Prozent gelegen. Internationale Flugtickets verteuerten sich im Mai um 13,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, nachdem sie im April noch um 7,5 Prozent gesunken waren. Auch Jahreskarten der Bahn verteuerten sich deutlich: Sie stiegen um 17,8 Prozent im Jahresvergleich.
Treibstoffe blieben mit einem Plus von 26,5 Prozent ein erheblicher Kostentreiber, wenngleich der Anstieg etwas geringer ausfiel als im April, als die Preise um 28 Prozent gestiegen waren. Heizöl verteuerte sich im Mai um 53,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach einem Anstieg von 62,6 Prozent im April. Insgesamt trugen Treibstoffe und Heizöl einen vollen Prozentpunkt zur Gesamtinflation bei, wenngleich der Anstieg weniger scharf ausfiel als zuletzt.
Strompreise sinken weiter
Preisdämpfend wirkten sich hingegen die weiter sinkenden Strompreise aus. Strom verbilligte sich konstant weiter (-10,3 Prozent) im Jahresvergleich. Hintergrund sind die seit Jänner 2026 geltenden Senkungen der Stromsteuer und des Erneuerbaren-Förderbeitrags, wie die Statistik Austria festhielt. Auch die Einführung des Sommer-Netztarifs und eines Sozialtarifs für Haushalte, die von der ORF-Gebühr befreit sind, hätten preisdämpfende Effekte.
Die Preise für Wohnen, Wasser, Energie, Gas und andere Brennstoffe stiegen im Mai im Durchschnitt um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, unverändert gegenüber April. Die Mieten – inklusive Neuvermietungen – erhöhten sich um 5,1 Prozent. Haushaltsenergie verteuerte sich um 0,9 Prozent, schwächer als der Anstieg von 1,5 Prozent im April.
Gastronomie und Hotellerie mit hohen Aufschlägen
Im Transportsektor, dem größten Inflationstreiber, stiegen die Preise im Mai um 8,8 Prozent im Jahresvergleich, nach 7,7 Prozent im April. Neben Flügen und Bahntickets schlugen dabei auch Parkpickerl mit einem Plus von 11,2 Prozent zu Buche.
In der Gastronomie und der Hotellerie war ein durchschnittliches Preisplus von 4,7 Prozent zu verzeichnen, nach 4,9 Prozent im April. Gastronomiedienstleistungen verteuerten sich um 4,9 Prozent. Thermeneintritte stiegen um 5,0 Prozent.
Nahrungsmittel weniger stark betroffen
Die Teuerung bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken lag mit 2,2 Prozent im Mai wie bereits im Vormonat unter der Gesamtinflation. Das Preisniveau des Mikrowarenkorbs, der den täglichen Einkauf widerspiegelt und überwiegend Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen und den Kaffee im Kaffeehaus enthält, stieg im Mai im Jahresabstand um 0,5 Prozent. Der Miniwarenkorb, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, verteuerte sich hingegen deutlich stärker: um 5,8 Prozent.
Im Gesundheitssektor stiegen die Preise im Mai um 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit nahezu unverändert zum Vormonat. Ambulante Gesundheitsdienstleistungen verteuerten sich im Mai wie bereits im April um 7,4 Prozent.
Teuerung prägt das Reiseverhalten
Die gestiegenen Preise hinterlassen Spuren im Reiseverhalten der Österreicherinnen und Österreicher. Einer Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte zufolge planen sieben von zehn Österreichern im Sommer 2026 zu verreisen. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Teuerung Spuren hinterlassen hat: Andere achten verstärkt auf Rabatte und Sonderangebote, wählen günstigere Reiseziele oder verkürzen ihren Aufenthalt, wie Orsolya Hegedüs, Partnerin bei Deloitte, feststellte.
Drei von zehn Reisenden wollen im Sommer 2026 weniger für den Urlaub ausgeben als zuletzt. 17 Prozent der Bevölkerung geben an, sich 2026 keinen Sommerurlaub leisten zu können. In Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen unter 2.000 Euro ist es demnach rund ein Drittel. 13 Prozent wollen im Sommer mit dem Auto statt mit dem Flugzeug reisen, 16 Prozent versuchen, durch ein näheres Reiseziel Reisekosten zu sparen, und rund 12 Prozent planen eine kürzere Reisedauer, sodass die durchschnittliche Urlaubsdauer bei zehn Tagen liegt.
37 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher planen, ihren Sommerurlaub im Inland zu verbringen. Das durchschnittliche Reisebudget für den Sommer 2026 liegt bei rund 1.300 Euro pro Person und damit 200 Euro unter dem Vorjahresniveau. Mehr als die Hälfte der Menschen verwendet das Urlaubsgeld zumindest teilweise für den Sommerurlaub, jeder Vierte nutzt es hingegen zur Finanzierung des Alltags.
Wie der Institutsvorstand des Instituts für Handel, Distribution und Marketing an der Johannes Kepler Universität Linz, Christoph Teller, erklärte, wird nicht die Reise selbst gestrichen, sondern ihr Kostenrahmen angepasst. Der aktuelle Inflationsschub setzt die Reisebudgets unter Druck, sodass näher gelegene Reiseziele, günstigere Urlaubsangebote, billigere Unterkünfte und eine kürzere Reisedauer in den Fokus rücken.
Euroraum und Zinspolitik
Jakob Kalina, Konsumentenschutzberater der Arbeiterkammer (AK), riet Reisenden, vor Reisen in die Türkei oder nach Großbritannien die Roaming-Kosten der Anbieter zu vergleichen, da dort Zusatzkosten anfallen können. „Bei Reisen außerhalb Europas können schon wenige Datenverbindungen teuer werden, manchmal sogar einzelne Nachrichten oder automatische App-Aktualisierungen“, warnte Kalina. „Wer unvorbereitet verreist, riskiert eine böse Überraschung auf der nächsten Handyrechnung“, so der Experte. Innerhalb der 27 EU-Mitgliedstaaten sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen, Moldau und der Ukraine gelten keine zusätzlichen Roaming-Gebühren.
Im Euroraum insgesamt stieg die Inflation im Mai laut dem EU-Statistikamt Eurostat auf 3,2 Prozent, nach 3,0 Prozent im April. Treiber waren demnach steigende Ölpreise im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt. In der Woche vor dem Bericht hatte die Europäische Zentralbank (EZB) erstmals seit knapp drei Jahren die Leitzinsen angehoben. Das mittelfristige Stabilitätsziel der EZB ist eine Inflationsrate von 2,0 Prozent.
Am Rohölmarkt erreichte ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent den niedrigsten Preisstand seit Anfang März, also kurz nach Beginn des Krieges.
Fragen & Antworten
Wer hat die aktuelle Inflationszahl für Österreich veröffentlicht?
Die Statistik Austria hat die Mai-Inflationsrate von 3,7 Prozent am Mittwoch, dem 17. Juni 2026, in einer Aussendung veröffentlicht. Generaldirektorin Manuela Lenk erläuterte die Hintergründe.
Warum ist die Inflation in Österreich im Mai gestiegen?
Laut Statistik Austria trieben vor allem Preissprünge bei Flugtickets (+13,8 Prozent) sowie höhere Treibstoff- und Heizölkosten die Teuerung. Ohne die Flugpreissteigerungen wäre die Inflation bei 3,5 Prozent gelegen.
Welche Auswirkungen hat die Teuerung auf den Sommerurlaub 2026?
Einer Deloitte-Umfrage zufolge planen sieben von zehn Österreichern zu verreisen, doch 17 Prozent können sich keinen Sommerurlaub leisten. 37 Prozent bleiben im Inland, das durchschnittliche Reisebudget liegt mit rund 1.300 Euro um 200 Euro unter dem Vorjahreswert.