Home-Invasion in Korneuburg geklärt: Zwei Verdächtige nach brutalem Überfall auf 88-Jährige in Haft
Langenzersdorf, 08. Juli 2026
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Kurzfassung
Nach monatelangen Ermittlungen hat die Polizei den brutalen Überfall auf eine 88-jährige Frau in Langenzersdorf im Bezirk Korneuburg aufgeklärt. Ein 18-jähriger Serbe und ein 51-jähriger Landsmann befinden sich in Haft, nachdem die Täter die Pensionistin unter dem Vorwand von Installateurarbeiten überfallen und schwer verletzt hatten.
Nach einer Home-Invasion im Dezember 2025 in Langenzersdorf im Bezirk Korneuburg sitzen zwei serbische Staatsbürger in Haft, denen die Polizei einen brutalen Raubüberfall auf eine 88-jährige Pensionistin zur Last legt.
Tathergang: Vorgegaukelte Installateurarbeiten
Am 18. Dezember 2025 gegen 9 Uhr verschafften sich zwei Männer unter dem Vorwand angeblicher Installateurarbeiten Zutritt zum Wohnhaus der 88-jährigen Niederösterreicherin. Nach dem Betreten des Hauses wurde das Opfer laut Polizei sofort und ohne Vorwarnung körperlich attackiert und zu Boden geworfen. Die Täter fesselten die Frau und verletzten sie durch Schläge und Tritte schwer.
Die beiden Kriminellen nahmen das Handy der 88-Jährigen mit und trennten das Festnetztelefon von der Stromversorgung, um eine rasche Alarmierung der Einsatzkräfte zu verhindern. Anschließend flüchteten sie mit einem geringen Bargeldbetrag. Die Seniorin konnte sich jedoch selbst befreien; ein Nachbar verständigte die Einsatzkräfte.
Durch die Schläge und Tritte erlitt die 88-Jährige Hämatome am ganzen Körper und im Gesicht sowie Verletzungen im Bereich des Rückens und der Wirbelsäule. Sie musste insgesamt 16 Tage stationär in zwei Krankenhäusern behandelt werden. Auch Monate nach der Tat ist noch eine medizinische Betreuung erforderlich.
Schwere Verletzungen und monatelange Folgen
Inzwischen lebt die Pensionistin wieder in ihrem Wohnhaus, wo sie durch regelmäßige Tagesbetreuung versorgt wird, wie die Polizei mitteilte. Die Folgen des Überfalls seien jedoch bleibend und erforderten weiterhin umfassende Betreuung.
Ermittlungen der Raub- und Tatortgruppe des Landeskriminalamtes Niederösterreich ergaben zunächst einen Tatverdacht gegen einen zum Zeitpunkt des Überfalls 18-jährigen serbischen Staatsbürger. Der junge Mann wurde am 8. April 2026 in Wien als Teil einer fünfköpfigen Gruppierung bei der Begehung einer versuchten Home-Invasion auf frischer Tat ertappt und festgenommen.
Ermittlungserfolg durch DNA-Spuren
DNA-Spuren aus der versuchten Home-Invasion in Wien brachten den 18-Jährigen mit der Tat in Niederösterreich in Verbindung. In seiner Einvernahme in der Justizanstalt Wien Josefstadt war er laut Polizei „umfassend geständig", machte aber zunächst nur vage Angaben zu seinem Komplizen.
Auf Basis von Erkenntnissen durch Ermittlungen in Serbien – koordiniert über das Verbindungsbeamtenbüro Belgrad – konnte der 18-jährige Beschuldigte seinen Mittäter schließlich eindeutig identifizieren: „konnte der 18-jährige Beschuldigte seinen Mittäter eindeutig als einen zur Tatzeit 51-jährigen serbischen Staatsbürger identifizieren", teilte die Polizei mit.
Festnahme in Bosnien und Auslieferungsverfahren
Gegen den 51-Jährigen wurde ein europäischer Haftbefehl erlassen. Am 3. Juli 2026 wurde er in Bosnien festgenommen und befindet sich seither in Auslieferungshaft. Das Auslieferungsverfahren läuft, ein Termin für die Überstellung nach Österreich steht laut Polizei noch nicht fest.
Die Ermittler sehen den Fall als aufgeklärt an. Beide Verdächtige sind nach Angaben der Polizei serbische Staatsbürger. Die Höhe des erbeuteten Bargeldbetrages wurde von den Behörden nicht beziffert, er wird jedoch als „gering" beschrieben.
Das Landeskriminalamt Niederösterreich lobte die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den serbischen Behörden und dem Verbindungsbeamtenbüro in Belgrad. Ohne diese Koordination wäre die Identifizierung des zweiten Tatverdächtigen kaum möglich gewesen, hieß es in der Aussendung.
Opferschutz und Betreuung haben in dem Fall hohe Priorität: Die Pensionistin wird medizinisch und pflegerisch weiter engmaschig versorgt. Die Polizei wies darauf hin, dass die Folgen des Überfalls noch Monate nach der Tat eine medizinische Betreuung erforderlich machen.
Warnung vor falschen Handwerkern
Bei dem versuchten neuerlichen Einbruch in Wien im April 2026 war der 18-jährige Beschuldigte gemeinsam mit vier weiteren Personen aktiv. Ob ein Zusammenhang mit der Tat in Niederösterreich oder weitere Mittäter betroffen sind, ist Gegenstand laufender Ermittlungen.
Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang erneut vor der Masche mit angeblichen Handwerkern oder Servicetechnikern. Personen, die unangekündigt an der Haustür erscheinen und Zutritt verlangen, sollten stets kritisch geprüft und im Zweifel die Polizei verständigt werden.
Rechtlich werden den beiden Verdächtigen schwerer Raub, schwere Körperverletzung sowie Nötigung zur Last gelegt. Über die Anklageerhebung und einen möglichen Prozessbeginn wurde noch nicht entschieden. Beide Männer befinden sich in Untersuchungshaft.
Rechtliche Konsequenzen
Mit den Festnahmen in Wien und Bosnien ist ein Kapitel eines besonders brutalen Verbrechens an einer hochbetagten Frau vorerst abgeschlossen. Die Polizei kündigte an, den Fall konsequent weiterzuverfolgen und auch mögliche weitere Mittäter auszuforschen.
Der Fall hatte über die Region hinaus für Aufsehen gesorgt, weil die Tatausführung als außergewöhnlich brutal beschrieben wurde und das Opfer als besonders schutzbedürftig gilt. Die Aufklärung wird von der Exekutive als Erfolg der grenzüberschreitenden Ermittlungsarbeit dargestellt.
Fragen & Antworten
Was genau ist in Langenzersdorf passiert?
Am 18. Dezember 2025 verschafften sich zwei Männer unter dem Vorwand von Installateurarbeiten Zutritt zum Wohnhaus einer 88-Jährigen, fesselten die Frau und verletzten sie durch Schläge und Tritte schwer. Anschließend flüchteten sie mit einem geringen Bargeldbetrag und einem Handy.
Wer sind die beiden Tatverdächtigen?
Es handelt sich um zwei serbische Staatsbürger. Ein zur Tatzeit 18-Jähriger wurde am 8. April 2026 in Wien festgenommen; ein zur Tatzeit 51-jähriger Landsmann wurde am 3. Juli 2026 in Bosnien festgenommen und befindet sich in Auslieferungshaft.
Wie geht es dem Opfer heute?
Die 88-Jährige wurde 16 Tage stationär in zwei Krankenhäusern behandelt und lebt inzwischen wieder in ihrem Haus, wird dort aber durch regelmäßige Tagesbetreuung versorgt. Die Folgen der Verletzungen erfordern laut Polizei noch monatelang medizinische Betreuung.
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