Hellweg meldet Insolvenz in Eigenverwaltung an – 68 Märkte bleiben offen
Essen, 16 Juni 2026
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Kurzfassung
Die Dortmunder Baumarktkette Hellweg hat beim Amtsgericht Essen Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Alle 68 Standorte in Deutschland und der Online-Shop bleiben während des Verfahrens geöffnet, die rund 2.900 Beschäftigten erhalten Insolvenzgeld.
Essen, 16 Juni 2026
Die Dortmunder Baumarktkette Hellweg Die Profi-Bau- & Gartenmärkte GmbH & Co. KG hat am Dienstag beim Amtsgericht Essen Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet.
Hintergründe der Krise
Die Kette betreibt bundesweit mit rund 2.900 Mitarbeitern 68 Märkte. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, wurde für die deutschen Hellweg-Gesellschaften in Essen ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Laut Mitteilung bleiben alle Standorte und der Online-Shop geöffnet.
Hellweg begründete den Schritt unter anderem mit gestiegenen Einkaufspreisen und Mieten, weiteren inflationsbedingten Kostensteigerungen und einer anhaltenden Kaufzurückhaltung der Kundinnen und Kunden. „Als Gründe wurden höhere Einkaufspreise und Mieten, weitere inflationsbedingte Kostensteigerungen und Konsumzurückhaltung angeführt“, hieß es in der Mitteilung des Unternehmens.
Nach eigenen Angaben hat das Amtsgericht Essen dem Antrag stattgegeben. Bei einer Eigenverwaltung bleibt die bisherige Geschäftsführung grundsätzlich im Amt, wird aber von einem gerichtlich bestellten Sachwalter kontrolliert. Das Gericht hat Rechtsanwalt Stefan Denkhaus als vorläufigen Sachwalter bestellt, der die Interessen der Gläubiger überwachen soll.
Eigenverwaltung und Rolle des Sachwalters
Zwei Rechtsanwälte wurden laut dem Unternehmen als Sanierungsexperten in die Geschäftsführung berufen. Sanierungsexperten übernehmen die Geschäftsleitung. Das Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung ist ein in Deutschland etabliertes Instrument, um Unternehmen in einer finanziellen Schieflage zu restrukturieren, ohne dass der operative Betrieb unterbrochen wird.
Die Bundesagentur für Arbeit sichert den rund 2.900 Beschäftigten für die nächsten drei Monate Insolvenzgeld zu. Damit ist die Auszahlung der Löhne und Gehälter in diesem Zeitraum abgesichert. Die Kette hat bundesweit rund 2900 Mitarbeiter, wie es in der Mitteilung weiter hieß.
Die Schwerpunkte der deutschen Hellweg-Gruppe liegen im Rhein-Ruhr-Gebiet und in Berlin. Die Hellweg-Gruppe sitzt in Dortmund und ist seit Jahrzehnten im deutschen Baumarkt-Geschäft aktiv. Welche konkreten Folgen die Eigenverwaltung für einzelne Standorte hat, ist derzeit noch offen.
Auswirkungen für die Beschäftigten
In Österreich laufe der Geschäftsbetrieb aber normal weiter, teilte das Unternehmen mit. Für das österreichische Unternehmen läuft aktuell kein Sanierungsverfahren. Zur Lage der österreichischen Gesellschaften werden derzeit die weiteren Schritte geprüft.
Die österreichische „Hellweg Die Profi-Baumärkte GmbH“ hat ihren Sitz in Linz und ist mit sechs Bau- und Gartenmärkten in Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark vertreten. Beschäftigt sind dort rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Über die Gründe und das weitere Vorgehen in Österreich wird das Unternehmen nach eigenen Angaben zu gegebener Zeit informieren. Sobald Entscheidungen getroffen seien, sollen die Beschäftigten und die Öffentlichkeit umgehend informiert werden, hieß es aus dem Unternehmen.
Standorte und Online-Shop bleiben erreichbar
Die Eigenverwaltung unterscheidet sich von einem regulären Insolvenzverfahren: Das Management führt das Unternehmen weiter und versucht, mithilfe eines Sanierungsplans Gläubiger zu bedienen und das Unternehmen wieder auf eine tragfähige wirtschaftliche Basis zu stellen. Der vorläufige Sachwalter hat dabei vor allem eine Aufsichtsfunktion.
Die Geschäftsführung um die beiden neu berufenen Sanierungsexperten wird nun in den kommenden Wochen einen Sanierungsplan erarbeiten. Dieser muss vom Sachwalter und den Gläubigern geprüft und vom Gericht bestätigt werden. Er entscheidet darüber, welche Standorte erhalten bleiben, welche geschlossen werden und wie mit Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten und Vermietern umgegangen wird.
Hellweg gehört zu den bekannteren mittelständischen Baumarktketten in Deutschland und tritt unter dem Slogan „Die Profi-Bau- & Gartenmärkte“ auf. Das Sortiment reicht von Werkzeug und Baustoffen über Pflanzen bis hin zu Gartengeräten. Im Wettbewerb mit großen Ketten wie Obi, Hornbach und Bauhaus hatte Hellweg zuletzt spürbar mit dem veränderten Konsumklima zu kämpfen.
Baumarktbranche unter Druck
Die Baumarktbranche insgesamt steht seit Monaten unter Druck: Die Nachfrage nach Renovierungs- und Gartenprodukten ist nach dem Boom während der Corona-Jahre deutlich zurückgegangen, gleichzeitig sind Energie-, Personal- und Mietkosten gestiegen. Auch andere Händler im DIY-Segment haben in den vergangenen Monaten Stellen abgebaut oder Standorte geschlossen.
Für die Beschäftigten in Deutschland bedeutet das Insolvenzgeld zunächst Planungssicherheit für die kommenden drei Monate. Über die Zukunft einzelner Filialen und mögliche Einschnitte wird das Unternehmen nach eigenen Angaben informieren, sobald konkrete Entscheidungen getroffen sind.
Die Meldung über die Hellweg-Insolvenz wurde am Dienstag unter anderem von WDR.de verbreitet und basiert auf einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Auch der österreichische Sender OE24 berichtete über die Entwicklungen bei der Hellweg-Gruppe.
Lage in Österreich noch offen
Mit dem Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung will Hellweg den Betrieb so weit wie möglich stabilisieren und Spielraum für Verhandlungen mit Vermietern und Lieferanten gewinnen. Branchenbeobachter werten den Schritt als Signal dafür, dass die Konsumflaute im Einzelhandel auch vor etablierten mittelständischen Ketten nicht haltmacht.
Die nächsten Wochen dürften zeigen, ob ein tragfähiger Sanierungsplan gelingt und welche Standorte langfristig im Hellweg-Netz verbleiben. Für Kundinnen und Kunden ändert sich vorerst nichts: Die Märkte bleiben nach Unternehmensangaben geöffnet, und auch der Online-Shop ist weiter erreichbar.
Parallel zur Eigenverwaltung läuft die Prüfung der Lage in Österreich weiter. Die rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der „Hellweg Die Profi-Baumärkte GmbH“ mit Sitz in Linz und ihre sechs Standorte in Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark sind nach aktuellem Stand nicht Teil des deutschen Sanierungsverfahrens.
Alles in allem ist die Insolvenz ein deutliches Warnsignal für die anhaltende Krise im deutschen Einzelhandel. Hellweg ist kein Einzelfall: Auch andere mittelständische Händler kämpfen mit gestiegenen Kosten und einer schwachen Konsumlaune. Wie groß der Schaden am Ende ausfällt, wird erst der Sanierungsplan zeigen.
Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt mit dem Insolvenzgeld für die kommenden drei Monate die Gehälter der Beschäftigten – danach hängt alles am Erfolg der Sanierung.
Bis dahin gilt: Die 68 deutschen Hellweg-Märkte bleiben geöffnet, der Online-Shop ist erreichbar, und die Beschäftigten erhalten ihre Löhne. Die Konzentration im Rhein-Ruhr-Gebiet und in Berlin zeigt, dass ein möglicher Stellenabbau nicht die gesamte Republik treffen würde.
Mit Spannung wird erwartet, wie der Sanierungsplan ausfällt und ob es Hellweg gelingt, sich in einem weiterhin schwierigen Marktumfeld neu aufzustellen. Hellweg gehört zu den ältesten Baumarkt-Ketten Deutschlands; der Insolvenzantrag markiert die bislang schwerste Krise in der Unternehmensgeschichte.
Für Hellweg-Kundinnen und -Kunden, aber auch für die rund 2.900 Beschäftigten in Deutschland beginnt nun eine Phase der Ungewissheit, die erst mit der Vorlage des Sanierungsplans enden wird. Bis dahin bleibt abzuwarten, welche Teile des Unternehmens erhalten werden können.
Die deutsche Hellweg-Gruppe sitzt in Dortmund und ist nun offiziell in Eigenverwaltung. Das Amtsgericht Essen hat das Verfahren eröffnet, Stefan Denkhaus wurde als vorläufiger Sachwalter bestellt, und die ersten Schritte zur Sanierung sind eingeleitet.
Fragen & Antworten
Wer hat die Insolvenz von Hellweg genehmigt?
Das Amtsgericht Essen hat am Dienstag dem Antrag der Hellweg Die Profi-Bau- & Gartenmärkte GmbH & Co. KG auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens in Eigenverwaltung stattgegeben und Rechtsanwalt Stefan Denkhaus als vorläufigen Sachwalter bestellt.
Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bei Hellweg beschäftigt?
Die deutsche Hellweg-Gruppe beschäftigt rund 2.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 68 Baumärkten, hinzu kommen rund 170 Beschäftigte in sechs Märkten der österreichischen Hellweg Die Profi-Baumärkte GmbH mit Sitz in Linz.
Welche Gründe nennt Hellweg für die Insolvenz?
Das Unternehmen führt höhere Einkaufspreise und Mieten, weitere inflationsbedingte Kostensteigerungen sowie eine anhaltende Konsumzurückhaltung der Kundinnen und Kunden als Gründe für die Eigenverwaltung an.
Hellweg Insolvenz: Baumarktkette aus Dortmund meldet | nachrichten360