König Carl XVI. Gustaf (80) und Königin Silvia (82) haben am Samstag in Stockholm mit einem Festgottesdienst, einer Schaluppenfahrt und einem Open-Air-Konzert ihre goldene Hochzeit gefeiert, fünf Jahrzehnte nach ihrer Trauung am 19. Juni 1976.
Die Feierlichkeiten begannen mit einem festlichen Gottesdienst, an den sich eine Fahrt mit der königlichen Schaluppe "Vasaorden" durch die Stockholmer Innenstadt anschloss. Anschließend nahm das Paar in einer offenen Kutsche die Glückwünsche Tausender Schwedinnen und Schweden entlang der Route entgegen, ehe im Kungsträdgården ein großes Open-Air-Konzert "im Zeichen der Liebe" folgte. Den Abend beschloss ein privates Essen mit Familie und Freunden. Die Stadt Stockholm hatte das Programm in weiten Teilen an den historischen Feierlichkeiten von 1976 ausgerichtet.
Der Grund für die Verlegung der Feier auf den Samstag ist ein schwedischer Festtag: Das eigentliche Jubiläum am 19. Juni fällt auf den Freitag, an dem in Schweden das Mittsommerfest begangen wird. Die königliche Familie hatte daher den Tag vor dem Jubiläum gewählt, um mit dem Volk feiern zu können. Schon am Vorabend der eigentlichen Hochzeit vor 50 Jahren hatte an genau diesem Ort, der Stockholmer Oper, ein legendäres Galakonzert stattgefunden, bei dem die Popgruppe ABBA ihren Welthit "Dancing Queen" erstmals live präsentierte – eine Hommage, die nun, fünf Jahrzehnte später, erneut für Gänsehautmomente sorgte.
Liebe bei Olympia: Wie alles begann
Die Liebe des Königspaars nahm ihren Anfang bei den Olympischen Spielen 1972 in München, wo die damals junge Deutsche Silvia Sommerlath als Hostess arbeitete und dem damaligen Kronprinzen Carl Gustaf begegnete. In einer neuen TV4-Dokumentation mit dem Titel "Das Königspaar – 50 gemeinsame Jahre" erinnert sich die Königin an jene erste Begegnung: "Das Erste, was mir aufgefallen ist, war, dass er ein Funkeln in den Augen hatte." Über die spätere Beziehung sagte sie in dem Film: "Er nahm ein Fernrohr und sah mich aus eineinhalb Metern Entfernung damit an."
Bei der Verlobung im März 1976 saß die schüchterne Braut auf einem dunkelgrünen Sofa und kicherte nervös in die Kameras: "Ich bin sehr glücklich, in Schweden zu sein." Die Traumhochzeit am 19. Juni 1976 wurde von Tausenden jubelnden Menschen vor dem Stockholmer Schloss und in der Innenstadt begleitet. An der Seite ihres Mannes, der bereits vor der Hochzeit König war, erwarb Silvia durch die Heirat den Titel der Königin – obwohl sie anfangs nur gebrochen Schwedisch sprach, verzauberte die Bürgerliche mit deutschen und brasilianischen Wurzeln die Schweden mit ihrer sanften Art auf Anhieb. "Das war eine neue Welt", erinnert sie sich. "Ich konnte nur versprechen, dass ich mein Bestes tun würde", sagt Silvia heute über ihre Anfangszeit als Royal.
Drei Kinder, neun Enkel: Die Königsfamilie
In den kommenden Jahren bekamen Carl XVI. Gustaf und Silvia drei Kinder: Kronprinzessin Victoria (48), Prinz Carl Philip (47) und Prinzessin Madeleine (44). Heute zählt das Paar neun Enkelkinder. Thronfolgerin Victoria erinnert sich in der TV4-Doku an das Bild ihrer Eltern: "Die Art, wie sie das gemacht hat, wie sie Papas Lebensaufgabe zu ihrer gemacht hat – jetzt bin ich ein bisschen gerührt, denn das ist keine einfache Aufgabe." Und als Tochter denke ich manchmal, dass sie nicht die ganze Zeit so hart arbeiten sollten", erzählt sie. Auch Bruder Carl Philip zeigt sich bewegt: "Es ist inspirierend und faszinierend, dass sie es geschafft haben, so zusammenzuhalten, und auf die Art und Weise, wie sie das gemacht haben."
Dass die Funken zwischen den beiden auch nach 50 Jahren nicht verflogen sind, unterstreicht die Königin mit einer augenzwinkernden Bemerkung über die häufigen Tanzaufforderungen des Königs: "Das kommt öfter vor, als man denkt." Auf die Frage, ob es zwischen ihnen noch knistere, antwortet sie an ihren Gatten gerichtet: "Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber für mich tut es das." Der König kontert trocken: "Ich finde, es knackst vor allem – im Rücken." Trotz des Humors, der das Paar auszeichnet, werden die Worte der Königin ernst: "Aber gleichzeitig sehe ich, welche Freude es ihnen macht." Außerdem hätten die beiden zusammen immer noch Spaß, sagt Silvia: "Wir sind dankbar für die gemeinsamen Jahre. Aber es geht uns gut."
Humor und Zuneigung: Was das Paar zusammenhält
Zur Kirche erschien die Königin in einem komplett roten Outfit, der König trug einen eleganten Anzug. In der Kapelle nahm Kronprinzessin Victoria in einem pastellgelben Ensemble neben Ehemann Prinz Daniel (52) Platz, an ihrer Seite ihr Sohn Prinz Oscar (10). Direkt dahinter folgte Prinzessin Sofia (41) in einem leuchtend rosafarbenen Kleid, die ihren jüngsten Sohn Prinz Julian (5) an der Hand führte. Ihnen voran schritten Prinz Nicolas (10) und seine Mutter Prinzessin Madeleine (44), die ganz in strahlendes Weiß gehüllt war. Chris O'Neill (51) erschien an den Händen seiner beiden Töchter, Prinzessin Adrienne (8) und Prinzessin Leonore (12).
Für einen besonderen Hingucker sorgte die Familie von Prinz Carl Philip (47): Er trug die jüngste Prinzessin der Königsfamilie, Prinzessin Ines (1), in einem blumigen Kleidchen auf dem Arm in die Kapelle. Flankiert wurde das Vater-Tochter-Gespann von den sichtlich stolzen großen Brüdern Prinz Alexander (10) und Prinz Gabriel (8). Ein Familienmitglied fehlte jedoch bei diesem historischen Moment: Prinzessin Estelle (14) konnte nicht an den Feierlichkeiten teilnehmen, da sie sich auf einer vom Palast vorab angekündigten Sprachreise befindet.
Gäste und Programm: Der Festtag in Stockholm
Auch internationale Gäste waren angereist, um dem schwedischen Königspaar zu gratulieren. Aus Norwegen waren König Harald V und Königin Sonja in die schwedische Hauptstadt gekommen, allerdings nahmen sie aus gesundheitlichen Gründen nicht an allen Programmpunkten teil. An der Stockholmer Oper war am Abend ein Konzert für das Königspaar geplant, das den Auftakt zu den Jubiläumsfeierlichkeiten bildete – exakt 50 Jahre nach dem legendären Galakonzert, bei dem ABBA 1976 die schwedische Bevölkerung mit "Dancing Queen" verzauberten und das seither untrennbar mit der Liebesgeschichte des Königspaars verbunden ist.
Auch abseits des großen Festtages gewährt die TV4-Dokumentation persönliche Einblicke in das Leben des Paares als Großeltern. Kronprinzessin Victoria gerät ins Schwärmen: "Es ist ein Segen und so unerhört lustig mit ihnen." Auf die Frage, wie man sich das Königspaar als Großeltern vorstellen könne, antwortet sie schlicht: "So wie man sich Oma und Opa nun mal vorstellt." Silvia selbst hat das Großmutterdasein einst als "Dessert des Lebens" bezeichnet. "Sie servieren besonders viel Eiscreme und sind besonders süß", heißt es in dem Film über das Königspaar in der neuen Rolle. "Sie legen wirklich ein hohes Tempo vor", witzeln die Enkel über ihre rüstigen Großeltern.
Großeltern mit Tempo: Das Paar privat
Das Jubiläum fällt in eine Zeit, in der die schwedische Monarchie gefestigt wirkt, auch wenn das Paar Rückschläge hinnehmen musste. 2010 wurde der Zusammenhalt des königlichen Teams ernsthaft auf die Probe gestellt – auf welche Weise, lässt die Dokumentation allerdings offen. Klar ist: "Sie sind wirklich ein Team", wie es in dem Film heißt. Und so kommt es, dass die beiden auch nach 50 Jahren noch ein Team sind. Im Buch "Der widerwillige Monarch" wird Carl XVI. Gustaf als Monarch beschrieben, der seine Rolle mitunter als Bürde empfindet – an der Seite Silvias hat er sie dennoch fünf Jahrzehnte lang getragen.
Die Feierlichkeiten machten deutlich, wie sehr die Schweden ihr Königspaar ins Herz geschlossen haben. Der Jubel am Straßenrand, die offene Kutsche durch die Innenstadt und das Open-Air-Konzert im Kungsträdgården erinnerten an die Hochzeitsfeierlichkeiten von 1976, als Tausende das Paar vor dem Stockholmer Schloss bejubelten. Die Parallele war gewollt: Wie damals sollte das Volk Anteil nehmen an einem privaten Glück, das zugleich ein Stück schwedischer Geschichte ist.
Blick nach vorn: Das Königspaar in der Gegenwart
Für die Zukunft gibt das Paar keinen Hinweis auf mögliche Veränderungen. Die Kronprinzessin steht als Thronfolgerin bereit, der 80-jährige König wirkt an der Seite seiner 82-jährigen Frau vital, und das enge Verhältnis zu den neun Enkelkindern sorgt für einen Alltag, den Silvia selbst einmal als "unbestreitbar" schön beschrieb. Am Ende des Tages bleibt das Bild eines Paares, das – allen royalen Pflichten zum Trotz – den Humor nicht verloren hat und die kleinen Gesten des Alltags pflegt: ein Blick, ein Tanz, ein Kuss nach dem Konzert. "Dancing Queen" – der Titel, den ABBA 1976 für die damalige Braut schufen, klingt in Stockholm auch 50 Jahre später nach.
