Ein gestrandeter Buckelwal namens Timmy liegt vor der deutschen Insel Poel in der Ostsee fest und könnte nach Einschätzung von Tierschützern eingeschläfert werden müssen. Die Organisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) empfiehlt die Euthanasie des Wals aufgrund seines schlechten Gesundheitszustands.
Gesundheitszustand und wissenschaftliche Einschätzung
Experten kommen in einem wissenschaftlichen Bericht vom Anfang April zu dem Schluss, dass ein Rettungsversuch für den Wal nicht vielversprechend wäre und erhebliche Risiken für das Tier bergen würde. Die WDC geht davon aus, dass die wiederholten Strandungen des Wals ein bewusstes Handeln und ein grundsätzlich schlechter Gesundheitszustand sind.
Selbst wenn Timmy in den Atlantik transportiert würde, schätzt die Organisation seine Überlebenschancen langfristig als gering ein. "Die wiederholten Strandungen sind ein klares Zeichen dafür, dass der Wal nicht mehr in der Lage ist, in freier Wildbahn zu überleben", heißt es in einer Stellungnahme der WDC.
Private Rettungsinitiative und Kontroverse
Eine private Initiative plant dennoch, den Wal mit einem Lastkahn in die Nordsee zu transportieren – eine Reise, die voraussichtlich dreieinhalb Tage dauern würde. Diese Maßnahme wird jedoch von Experten kritisch gesehen, da sie den Wal zusätzlichem Stress aussetzen und seine ohnehin fragile Gesundheit weiter gefährden könnte.
Die WDC warnt vor einem "Entscheidungswirrwarr" und betont, dass eine Verlängerung des Leidens des Wals nicht im Sinne des Tierschutzes sei. Weltweit sterben oder leiden jährlich etwa 300.000 Wale und Delfine aufgrund von Verstrickungen in Fischernetzen – ein Problem, das auch Timmys Situation verdeutlicht.

