Geiselnahme in Berliner Rewe-Markt: Polizei verhandelt seit Stunden mit Täter
Berlin, 11. Juli 2026
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Kurzfassung
Seit dem späten Freitagabend hält ein Mann in einem Rewe-Supermarkt im Berliner Stadtteil Marienfelde eine Frau als Geisel. Die Polizei verhandelt mit dem Täter und hat das gesamte Areal weiträumig abgesperrt; Spezialeinsatzkräfte sind im Einsatz.
Seit dem späten Freitagabend hält ein bislang unbekannter Mann in einem Rewe-Supermarkt im Berliner Stadtteil Marienfelde eine Frau als Geisel, während die Polizei mit einem Großaufgebot und Spezialeinsatzkräften seit Stunden versucht, die Situation unter Kontrolle zu bringen.
Was bislang bekannt ist
Der Vorfall ereignete sich am Freitagabend gegen 22.00 Uhr in einem Rewe-Markt an der Ecke Hildburghauser Straße und Tirschenreuther Ring im Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Nach Angaben des Polizeisprechers Stefan Petersen-Schümann brachte der Täter die Frau kurz nach 22.00 Uhr in seine Gewalt und bedrohte sie. Seitdem halten sich der Mann und die Geisel in dem Supermarkt auf, wie die Polizei am Samstagmorgen bestätigte.
Die Polizei hat den gesamten Bereich um den Supermarkt weiträumig abgesperrt. Neben Streifenwagen sind Rettungswagen und Feuerwehr am Ort des Geschehens. Vor dem Gebäude positionierte sich eine Einheit des Spezialeinsatzkommandos (SEK). In den frühen Morgenstunden stellten Einsatzkräfte zudem eine Leiter an der Fassade an, um in den Markt hineinzusehen. Einzelheiten zu dieser Maßnahme wurden nicht bekannt.
Aussagen der Polizei
Petersen-Schümann erklärte am Samstagmorgen gegen 4.30 Uhr, der Einsatz dauere an. Gegen 5.30 Uhr sagte er der Deutschen Presse-Agentur: „Der Mann ist noch mit der Frau im Supermarkt, wir sind weiterhin vor Ort.“ Auf die Frage nach einer möglichen Waffe antwortete die Polizei: „Das sind Gerüchte, die wir nicht kommentieren.“ Die Bild-Zeitung hatte zuvor unter Berufung auf Gespräche mit Anwohnern berichtet, der Marktleiter habe eine Waffe gesehen.
Die Polizei steht nach eigenen Angaben in direktem Kontakt mit dem Geiselnehmer. „Wir haben Kontakt zu dem Geiselnehmer, zu dem Mann“, sagte Petersen-Schümann. Der Kontakt werde durch Einsatzkräfte gehalten, die für solche Vorfälle entsprechend geschult seien. Aus ermittlungstaktischen Grünsten äußere sich die Polizei nur sehr eingeschränkt über Inhalte und Fortschritt der Gespräche. Auch zu möglichen Forderungen des Täters hieß es: „Auch das ist alles Gegenstand der laufenden Ermittlungen.“
Hintergrund und Motiv
Hintergrund und Motiv der Tat waren zunächst nicht bekannt. Die Identität des Geiselnehmers ist nach Polizeiangaben ebenfalls unbekannt. Ob die Geisel verletzt ist oder medizinische Hilfe benötigt, ließ sich aus den vorliegenden Informationen nicht ableiten. Auch über mögliche Teilerfolge oder gescheiterte Befreiungsversuche machte die Polizei keine Angaben. Es sei derzeit nicht absehbar, wann der Einsatz beendet werden könne.
Die Polizei geht davon aus, dass sich keine weiteren Personen mehr im Supermarkt aufhalten. Mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Marktes, die sich nach Einschätzung der Ermittler zum Zeitpunkt des Vorfalls im Geschäft aufgehalten hatten, warteten hinter der Absperrung aus. Sie hatten sich dünne Stoffdecken umgelegt, die der Rettungsdienst ihnen bereitgestellt hatte. Über ihren konkreten Aufenthaltsort während der Geiselnahme wurde offiziell nichts mitgeteilt.
Lage im Stadtteil Marienfelde
Während der Nacht waren die Straßen rund um den Tatort nahezu menschenleer; nur vereinzelt waren Passanten unterwegs. Marienfelde gilt als ruhiges Wohngebiet am südlichen Rand Berlins, geprägt von Einfamilienhäusern und mehrgeschossigen Wohnblocks, weit entfernt vom Berliner Stadtgeschehen. In der Umgebung des Rewe-Marktes befinden sich mehrere Schulen und Kindertagesstätten.
Die Polizei erklärte, für Anwohnende bestehe keine Gefahr. Sie könnten ihre Wohnungen trotz der Lage betreten und verlassen. Gleichzeitig warnte die Behörde davor, sich dem abgesperrten Bereich zu nähern. In unmittelbarer Nachbarschaft des Supermarkts liegt eine Tankstelle, was die logistische Abriegelung zusätzlich erschwert haben dürfte.
Die Behörde veröffentlichte aus ermittlungstaktischen Gründen nur sehr eingeschränkte Informationen. Die Geiselnahme wird von der Polizei offiziell als solche eingestuft; von einem Großeinsatz ist die Rede. Zu möglichen Verbindungen des Täters in den Stadtteil, zur Tageszeit oder zu möglichen Komplizen wurden keine Angaben gemacht. Auch die Identität der Geisel wurde nicht öffentlich bekanntgegeben.
Berichterstattung und Quellen
Die Berichterstattung über den Einsatz erfolgte unter anderem über den rbb24 Inforadio, wo der Audiobericht am 11. Juli 2026 um 6.00 Uhr ausgestrahlt wurde. Die APA veröffentlichte den Bericht noch am selben Tag. Bereits in der Nacht hatten Reporterinnen und Reporter der Nachrichtenagenturen dpa und AFP vom Ort berichtet und den Verlauf der Absperrung sowie die Stimmung im Viertel dokumentiert.
Die Bilder, die Reporter vom Ort des Geschehens schilderten, zeigen das Bild einer langen, ungewissen Nacht: Absperrbänder, Blaulicht, Rettungswagen auf der Hildburghauser Straße, eine ungewohnte Stille in einem ansonsten ruhigen Viertel. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Marktes, die in Sicherheit gebracht worden waren, froren in dünnen Decken auf dem Gehweg. Spezialkräfte beobachteten das Gebäude. Verhandlungen liefen.
Einsatz des Spezialeinsatzkommandos
Das Spezialeinsatzkommando (SEK) der Berliner Polizei ist auf die Bewältigung solcher Lagen spezialisiert. Bei Geiselnahmen kommen besonders ausgebildete Verhandlerinnen und Verhandler zum Einsatz, die schrittweise versuchen, den Druck auf den Täter zu reduzieren und eine friedliche Lösung herbeizuführen. Wie lange ein solcher Einsatz dauern kann, ist von Fall zu Fall sehr unterschiedlich.
Für den Stadtteil bedeutet der Einsatz eine ungewöhnliche Unterbrechung des Alltags. Marienfelde, im Süden des Bezirks Tempelhof-Schöneberg gelegen, ist normalerweise kein Schauplatz überregionaler Polizeieinsätze. Anwohnerinnen und Anwohner berichteten in den Morgenstunden, sie seien von den Ereignissen überrascht worden.
Am Samstagvormittag dauerte die Geiselnahme weiter an. Die Polizei kündigte an, den Druck auf den Täter durch Gespräche aufrechtzuerhalten und keine unüberlegten Schritte einzuleiten. Sie bat Medien und Bevölkerung, keine Spekulationen zu verbreiten und den Absperrungen Folge zu leisten.
Die Behörde verwies zudem darauf, dass weitere Informationen erst im Laufe des Samstags zu erwarten seien. Bis dahin bleibe die Lage rund um den Rewe-Markt in Marienfelde angespannt, die Hildburghauser Straße und der Tirschenreuther Ring blieben gesperrt.
Fragen & Antworten
Was ist in dem Rewe-Markt in Berlin-Marienfelde passiert?
Nach Polizeiangaben hat ein bislang unbekannter Mann am Freitagabend gegen 22.00 Uhr eine Frau in seine Gewalt gebracht und sie in dem Supermarkt bedroht; die Geiselnahme dauerte am Samstagmorgen noch an.
Wer verhandelt mit dem Geiselnehmer?
Nach Angaben von Polizeisprecher Stefan Petersen-Schümann führen speziell für solche Vorfälle geschulte Einsatzkräfte der Polizei die Gespräche mit dem Täter, ohne Details zum Inhalt zu nennen.
Welche Gefahr besteht für Anwohnende des Stadtteils?
Die Polizei erklärte, für Anwohnende bestehe keine Gefahr; sie könnten ihre Wohnungen betreten und verlassen, sollten sich aber nicht dem abgesperrten Bereich um den Markt nähern.
Geiselnahme Berlin-Marienfelde: Rewe seit Freitagabend | nachrichten360