Washington/Teheran, 16 Juli 2026
Das US-Militär hat am Donnerstag nach eigenen Angaben zum fünften Mal in Folge Ziele im Iran bombardiert, während US-Präsident Donald Trump der Führung in Teheran mit Angriffen auf zivile Infrastruktur drohte.
Wie das für die Region zuständige Kommando des US-Militärs (Centcom) auf der Plattform X mitteilte, nahmen die Angriffe am Donnerstag um 14.00 Uhr US-Ostküstenzeit (21.30 Uhr Ortszeit im Iran) ihren Anfang. Die Angriffe seien um 14.00 Uhr US-Ostküstenzeit (21.30 Uhr Ortszeit im Iran) aufgenommen worden. Damit fliegt die US-Armee nach eigener Darstellung bereits den fünften Tag in Folge Luftschläge gegen iranische Ziele.
Am Tag vor der Veröffentlichung des Berichts hatte das US-Militär den Iran in zwei Wellen angegriffen. Als erklärtes Ziel der Angriffe nannte das Pentagon, die militärischen Fähigkeiten des Irans weiter zu schwächen. Trump kündigte zudem heftige Angriffe auch in den kommenden Nächten an.
Trumps Drohung an die iranische Führung
Im Gespräch mit dem Sender Fox News drohte Trump am Dienstag, nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, „es sei denn, sie (die Iraner) kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln". Auf die Frage eines Journalisten, ob er dem Iran ein Ultimatum stelle, bevor die US-Streitkräfte mit der Bombardierung von Brücken beginnen, antwortete Trump am Mittwoch lediglich: „Ich mag es nicht, Fristen zu setzen."
Die US-Regierung begründete die Angriffe mit dem Verhalten der iranischen Führung. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagte in Washington, Präsident Trump werde nicht tatenlos zusehen, wie der Iran Schiffe in der Straße von Hormus angreife. Zugleich erklärte Leavitt, der Iran stehe nach wie vor in engem Austausch mit den Vereinigten Staaten von Amerika.
Angriffe auf US-Verbündete in der Region
Teheran reagierte auf die US-Angriffe mit eigenen Angriffen auf Ziele in der Region. Auch Jordanien meldete erneuten Beschuss aus dem Iran. Zudem schlugen nach Angaben verbündeter Staaten Geschosse in Kuwait und Bahrain ein, die als US-Verbündete gelten. Damit hat sich der Konflikt über die direkten Kriegsparteien hinaus auf weitere Anrainerstaaten ausgeweitet.
Der Iran drohte laut dem Bericht zudem, neben der Meerenge von Hormus künftig auch das Rote Meer zu blockieren. Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt; ein großer Teil des globalen Ölhandels läuft durch diesen Seeweg. Eine Blockade hätte erhebliche Folgen für die Weltwirtschaft und die Energieversorgung weit über die Region hinaus.
Straße von Hormus und Rotes Meer als Druckmittel
Die Berichterstattung über die Angriffe wurde von den Nachrichtenagenturen dpa und AFX aus den Hauptstädten Washington und Teheran zusammengetragen. WASHINGTON/TEHERAN (dpa-AFX). Unklar blieb zunächst, ob die angekündigten Gespräche zwischen Washington und Teheran tatsächlich stattfinden werden.
Mit den fortgesetzten Angriffen steigt die Sorge vor einer weiteren Eskalation in der Region. Sollte Trump seine Drohung wahr machen und zivile Infrastruktur wie Kraftwerke und Brücken ins Visier nehmen, wäre dies nach Einschätzung von Beobachtern ein qualitativ anderer Schritt in dem Konflikt. Die kommenden Tage gelten daher als entscheidend dafür, ob der Konflikt in Verhandlungen mündet oder sich weiter ausweitet.
