Eine fünfköpfige Familie aus Deutschland ist am Montag am Krippenstein in Bergnot geraten und anschließend von zwei Rettungshubschraubern ins Tal geflogen worden.

Die 35-jährigen Eltern waren am Montagmorgen mit ihren drei Kindern (3, 6 und 8 Jahre alt) mit der Krippensteinbahn einen Abschnitt gefahren. Danach starteten sie ihre Wanderung zur Simonyhütte. Stattdessen senkte sich die Wolkendecke, es regnete teils kräftig, hinzu kam starker Wind.

Wie die Bergrettung berichtete, bewegte sich die Familie im Kreis, bis sie die Abzweigung zum "Trägerweg" fanden. Der Aufstieg über den hochalpinen Wanderweg war anspruchsvoller und kräftezehrender, als die Eltern erwartet hatten.

Nach rund sieben Stunden Wanderung verständigten die Eltern gegen 16.30 Uhr den Hüttenwirt, der den Notruf absetzte. Die fünf wurden schließlich von zwei Rettungshubschraubern ins Tal gebracht.

Wetterprognose traf nicht ein

Die Wetterprognose, die die Familie eingeholt hatte – laut dieser sollte sich das Wetter ab Mittag bessern – bestätigte sich nicht. Die Wanderung zog sich durch die widrigen Bedingungen deutlich in die Länge.

Die zwei Mädchen (3 und 6 Jahre) zeigten trotz der mitgeführten Regenkleidung schon eindeutige Anzeichen einer Unterkühlung. Der achtjährige Sohn sowie die Eltern blieben nach ersten Erkenntnissen unverletzt.

Hochalpiner Trägerweg fordert Erfahrung

Die Einsatzkräfte brachten die Familie mit den beiden Hubschraubern ins Tal, wo sie medizinisch versorgt wurde. Die unterkühlten Mädchen wurden behandelt, Lebensgefahr bestand nach Angaben der Retter nicht.

Der Trägerweg am Krippenstein gilt als hochalpiner Steig, der Trittsicherheit, Kondition und Erfahrung mit Wetterumschwüngen erfordert. Die Route führt über längere Passagen durch felsiges Gelände und ist bei Nebel und Niederschlag nur eingeschränkt orientierbar.

Rettungseinsatz und Hinweise

Die zuständige Bergrettung wies im Nachhinein darauf hin, dass eine sorgfältige Tourenplanung mit Blick auf Wetterentwicklung, Tageszeit und Leistungsfähigkeit aller Mitglieder – insbesondere kleiner Kinder – entscheidend sei.

Auch die Hüttenwirte entlang der Route spielen in solchen Lagen eine zentrale Rolle: Sie sind häufig die ersten Ansprechpersonen, wenn Wanderer erschöpft oder unterkühlt eintreffen, und koordinieren die Alarmierung der Rettungsdienste.

Die Bergrettung riet Familien, bei Touren in hochalpinem Gelände die Route vorab genau zu prüfen, ausreichend Reserven einzuplanen und im Zweifel frühzeitig umzukehren.