Die französischen Abgeordneten haben am Donnerstag einstimmig den Code Noir und sämtliche Texte, die die Sklaverei in den französischen Kolonien regelten, offiziell abgeschafft.
Ein symbolischer Akt ohne rechtliche Folgen
Der Code Noir, eine Sammlung königlicher Erlasse aus dem 17. und 18. Jahrhundert, definierte versklavte Menschen als „bewegliche Sachen“ und sah grausame Strafen wie das Abschneiden von Ohren oder die Todesstrafe bei wiederholter Flucht vor. Obwohl die Sklaverei in Frankreich 1848 endgültig abgeschafft wurde, war das Gesetzeswerk nie formell aufgehoben worden.
„L’esclavage a été aboli, donc le Code noir n’a plus de sens, puisqu’il était censé régir à l’époque la situation des esclaves“, erklärte der Jurist Jean-Éric Gicquel, Professor an der Universität Rennes 1. Er bezeichnete den Code Noir als Teil jener veralteten Gesetze, die als „legislative Fossilien“ bekannt sind.
