Forscherinnen und Forscher stufen die Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Essener Kardinal Franz Hengsbach (1910–1991) nach ersten Ergebnissen einer umfassenden Studie als gut belegt und plausibel ein.
Eine wissenschaftliche Untersuchung im Auftrag des Bistums Essen hat die Vorwürfe gegen den langjährigen Bischof des Bistums Essen und Mitbegründer des Hilfswerks Adveniat, Kardinal Franz Hengsbach, neu bewertet. Wie aus dem am Donnerstag in München vorgestellten Zwischenbericht hervorgeht, gelten die 2023 bekannt gewordenen Missbrauchsvorwürfe gegen den Essener Kardinal Franz Hengsbach (1910-91) als "gut belegt und als plausibel einzustufen".
Konkret geht die Studie davon aus, dass Hengsbach in drei Fällen in den 1950er bis 1980er Jahren sexualisierte Gewalt gegen junge Mädchen ausgeübt hat. Den Angaben zufolge soll er unter anderem Mädchen an die Brust gefasst und eine 16-Jährige zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Insgesamt werfen die Forschenden Hengsbach vor, zwischen den 1950er und 1980er Jahren drei Mädchen und vier Jungen sexuell übergriffig geworden zu sein; in vier Fällen halten sie die Vorwürfe für glaubwürdig.
