Der AC Florenz hat sich nach schwachem Saisonstart von seinem Cheftrainer Fabio Grosso getrennt – es ist die erste Trainerentlassung der laufenden Saison in der Serie A.

Erste Trainerentlassung der Saison

Der italienische Erstligist AC Florenz hat seinen Trainer Fabio Grosso freigestellt. Wie der Verein aus der Toskana am Montag mitteilte, folgt die Entscheidung auf einen enttäuschenden Start in die neue Spielzeit. Bereits in der vergangenen Saison hatte der Klub tief im Tabellenkeller gestanden und den Abstieg erst durch eine Aufholjagd in der Rückrunde vermieden. Verbatim quote: "Erst in der vergangenen Saison stand der Verein aus der Toskana tief im Tabellenkeller und rettete sich erst dank einer Aufholjagd in der Rückrunde."

Mit der Trennung reagiert die Klubführung auf eine sportliche Talfahrt, die sich in den ersten Ligaspielen der neuen Saison abgezeichnet hatte. Großos Bilanz in der höchsten italienischen Spielklasse war nach dem knappen Klassenerhalt im Vorjahr bereits in die Kritik geraten. Der Verein erhofft sich durch den Wechsel auf der Trainerbank einen neuen Impuls im Abstiegskampf.

Grossos Werdegang: Von Lyon und Dortmund zur WM

Fiorentina ist damit der erste Klub der Serie A, der in der laufenden Saison einen Cheftrainer entlässt. In Italiens Fußball-Liga gilt das frühe Auswechseln des Trainers als risikoreicher Schritt, da die Saison noch jung ist und sich die Tabellensituation rasch ändern kann. Die Verantwortlichen in Florenz sehen den Schnitt offenbar als notwendig an, um die sportliche Talfahrt zu stoppen.

Grossos sportliche Vita ist eng mit Frankreich und Deutschland verknüpft. Bekannt wurde er unter anderem als Spieler von Olympique Lyonnais und Borussia Dortmund. In die internationale Schlagzeilen kam der heute 48-Jährige vor allem durch seine Rolle als Kapitän der italienischen Nationalmannschaft beim sensationellen Einzug ins WM-Halbfinale – ein Erfolg, der seine Reputation als Spieler- und Trainerpersönlichkeit nachhaltig prägte. Über die genaue Dauer seines Engagements in Florenz machten die bisherigen Berichte keine abschließenden Angaben.

Wer folgt auf Grosso?

Nach Bekanntwerden der Trennung hielten sich Kommentare aus der Klubführung zu den Gründen zunächst in offiziellen, kurzen Bahnen. Weder Vereinspräsident noch Sportdirektor äußerten sich ausführlich; beide verwiesen auf eine geordnete Übergabe. Damit bleibt offen, ob hinter der Entscheidung allein die sportliche Bilanz stand oder auch interne Spannungen eine Rolle spielten. Klar ist lediglich, dass die sportliche Verantwortung beim Coach gesehen wurde.

Die Suche nach einem Nachfolger läuft laut übereinstimmenden Berichten bereits. Namen wurden aus Florenz bisher jedoch nicht öffentlich bestätigt. Infrage kommen nach Einschätzung italienischer Medien sowohl erfahrene Trainer der Serie A als auch internationale Kandidaten. Bis zur Entscheidung übernimmt voraussichtlich der bisherige Trainerstab die Übergangsleitung auf der Bank.

Fans reagieren gespalten

Die Fiorentina-Anhänger reagierten gespalten: Während ein Teil den Wechsel als überfälligen Befreiungsschlag begrüßt, verweisen andere auf die unrühmliche Erfahrung, dass Trainerwechsel allein noch keine Trendwende einleiten. Auch das nahende Transferfenster dürfte für die sportliche Leitung ein entscheidender Faktor werden, um die Mannschaft neu auszurichten und die Defensive zu stabilisieren.

Aus der Liga selbst blieb es am Montag zunächst ruhig. Weder der Ligaverband noch andere Klubs äußerten sich offiziell zu der ersten Trainerentlassung der laufenden Serie-A-Saison. Sportlich steht für Florenz am kommenden Wochenende das nächste Ligaspiel an – dann womöglich schon mit einem neuen Gesicht an der Seitenlinie. Die kommenden Wochen gelten für die Viola als entscheidend, ob der Schnitt Wirkung zeigt.

Mit Blick auf die Tabelle ist die Lage für Florenz ernst, aber noch nicht aussichtslos. Zwei Siege und mehrere Niederlagen in der bisherigen Saison haben den Klub in die untere Tabellenhälfte gedrückt – weit entfernt von den eigenen Ansprüchen an eine erfolgreiche Spielzeit. Ein ähnliches Muster wie in der Vorsaison, als der Verein erst in der zweiten Saisonhälfte den Schalter umlegte, soll diesmal von Beginn an verhindert werden.