Ein 37-jähriger Österreicher ist in Wien-Favoriten festgenommen worden, nachdem er seine Ex-Frau, seinen Sohn und seine Tochter bedroht und teilweise körperlich angegriffen haben soll.
Der Verdächtige soll seine ehemalige Lebensgefährtin nach deren Angaben über einen längeren Zeitraum massiv bedroht haben. Dabei habe er sie unter anderem unter dem Vorwand, sie zu töten, mit einem Messer attackiert und mit dem Tod bedroht, wie die Wiener Polizei mitteilte.
Im Zuge der Vorfälle soll der 37-Jährige seine 15-jährige Tochter auf den Boden gedrückt und ihr mehrfach ins Gesicht geschlagen haben. Auch der gleichaltrige Sohn der Frau soll durch den Mann verletzt worden sein. Die Polizei sprach von teils erheblichen Verletzungen bei den Betroffenen.
Hintergründe der Tatvorwürfe
Darüber hinaus soll der Beschuldigte die Frau in der gemeinsamen Wohnung eingesperrt haben. Er habe ihr Mobiltelefon, Hausschlüssel und Ausweisdokumente weggenommen, um sie am Verlassen der Wohnung zu hindern.
Die Frau wandte sich demnach an die Polizei, woraufhin das Stadtpolizeikommando Favoriten den Mann an seiner Wohnadresse festnahm. Er wurde über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien in eine Justizanstalt eingewiesen, wie die Behörde weiter mitteilte.
Reaktionen und Ermittlungsstand
Der Beschuldigte bestritt gegenüber den Beamten, die ihm vorgeworfenen Handlungen begangen zu haben. Zu den weiteren Hintergründen der Beziehung und den genauen Tatvorwürfen äußerten sich die Ermittler zunächst nicht im Detail.
Die Wiener Polizei erklärte, dass die Ermittlungen wegen des Verdachts der schweren häuslichen Gewalt, der Nötigung, der Freiheitsentziehung sowie weiterer Delikte laufen. Auch ein Waffenverbot und ein Betretungs- sowie Annäherungsverbot wurden ausgesprochen.
Hilfsangebote für Betroffene
Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser wies darauf hin, dass die Vorfälle die typische Dynamik von Gewalt in Trennungssituationen widerspiegeln. Betroffene könnten sich jederzeit an Frauenhäuser oder die Helpline der Stadt Wien wenden, hieß es.
Julia Schick, Sprecherin der Wiener Polizei, betonte, dass Hinweise aus dem sozialen Umfeld häufig entscheidend seien, um betroffene Personen zu schützen. Die Ex-Frau und ihre Kinder werden laut Polizei psychologisch betreut.
Maßnahmen gegen den Beschuldigten
Gegen den 37-Jährigen wurde nach seiner Festnahme ein vorläufiges Waffenverbot verhängt. Zudem erhielt die Frau ein Annäherungs- und Betretungsverbot, sodass der Beschuldigte die Wohnung nicht mehr betreten darf. Die Staatsanwaltschaft Wien prüft zudem, ob weitere strafrechtliche Schritte eingeleitet werden.
Die Polizei ruft Zeugen und Hinweisgeber dazu auf, sich beim Stadtpolizeikommando Favoriten zu melden, falls sie weitere relevante Beobachtungen gemacht haben. Der Fall wird nach Angaben der Ermittler mit hoher Priorität bearbeitet.
Familienrechtliche Konflikte nach einer Trennung gehörten in Wien-Favoriten zu den häufigsten Anlässen für Einsätze wegen häuslicher Gewalt. Die Stadt Wien unterhält deshalb eigene Beratungsstellen, die tagsüber kostenfrei erreichbar sind.
