Die britische Regierung hat die geplante Rückgabe der Chagos-Inseln an Mauritius vorerst auf Eis gelegt, nachdem die USA unter Präsident Donald Trump ihre Unterstützung für das Abkommen zurückzogen.

Hintergrund des Abkommens

Das geplante Abkommen sah vor, dass die Chagos-Inseln formell an Mauritius zurückgegeben werden, während Großbritannien die Kontrolle über den strategisch wichtigen Militärstützpunkt Diego Garcia für mindestens 99 Jahre behalten würde. Im Gegenzug sollte Mauritius eine signifikante finanzielle Entschädigung erhalten. Die Inselgruppe im Indischen Ozean war seit den 1960er Jahren unter britischer Verwaltung, nachdem die damalige Kolonialmacht die Bewohner zwangsumgesiedelt hatte.

Die Verhandlungen zwischen London und Port Louis galten als wichtiger Schritt zur Beilegung eines jahrzehntelangen Territorialstreits. Die internationale Gemeinschaft, darunter auch der Internationale Gerichtshof, hatte die britische Besetzung der Inseln mehrfach als unrechtmäßig eingestuft. Dennoch spielte die Position der USA eine entscheidende Rolle, da Diego Garcia als zentraler Stützpunkt für amerikanische Militäroperationen dient.

US-Intervention und Reaktionen

US-Präsident Donald Trump hatte das Abkommen scharf kritisiert und es als "Akt großer Dummheit" bezeichnet. Seine Ablehnung führte dazu, dass die britische Regierung unter Druck geriet und die Pläne vorerst aussetzte. Die USA sind seit langem der wichtigste Verbündete Großbritanniens in Sicherheitsfragen, und ihre Haltung zu Diego Garcia war ein entscheidender Faktor für London.