Der estnische Sicherheitsexperte Erkki Koort sieht Deutschland als mögliches Angriffsziel Russlands, um das NATO-Hinterland zu destabilisieren. Laut Erkki Koort, Direktor des Instituts für Innere Sicherheit an der Estnischen Universität für Sicherheitsstudien, geht die russische Bedrohung über Länder wie Estland oder Polen hinaus und umfasst auch westliche Staaten wie Deutschland. Koort, der zugleich stellvertretender Generalsekretär für innere Sicherheitspolitik im estnischen Innenministerium ist, betont, Moskaus Ziel sei die Neutralisierung des NATO-Rückgrats. Ein Angriff auf Deutschland hätte laut Koort eine erhebliche Propagandawirkung. Zudem sei ein solcher Schritt wahrscheinlicher als ein direkter Angriff auf die baltischen Staaten. Deutschland biete mit seiner großen russischsprachigen Bevölkerung und einigen prorussischen politischen Kräften ein geeignetes Ziel für Moskau. Die Warnung des Experten unterstreicht die wachsenden Sorgen über Russlands strategische Absichten in Europa. Koorts Analyse stützt sich auf die Beobachtung, dass Deutschland als zentraler Akteur in der NATO im Fokus russischer Destabilisierungsversuche stehen könnte. HINTERGRUND: Die Diskussion um die sogenannte Suwałki-Lücke zwischen Litauen und Polen sowie die allgemeine Sicherheitslage im Baltikum haben bereits in der Vergangenheit zu ähnlichen Warnungen geführt. Koort sieht nun jedoch eine direktere Bedrohung für Westeuropa.