Embolo ESTA widerrufen: Nati-Stürmer verpasst Flug in die | nachrichten360
Embolo verpasst Flug zur WM: ESTA-Genehmigung kurzfristig widerrufen
Zürich, 02. Juni 2026
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Kurzfassung
Der Schweizer Stürmer Breel Embolo hat den Flug der Nationalmannschaft an die WM in die USA verpasst, weil seine ESTA-Reisegenehmigung kurzfristig überprüft wird. Der Schweizer Fußballverband steht in Kontakt mit den Behörden und rechnet damit, dass der Angreifer noch heute oder morgen nachfliegt.
Der Schweizer Stürmer Breel Embolo hat am Dienstag den Flug der Nationalmannschaft von Zürich nach Los Angeles verpasst, weil seine elektronische Einreisegenehmigung ESTA für die USA kurzfristig erneut überprüft wird.
Was am Flughafen geschah
Wie der Schweizerische Fußballverband (SFV) am Dienstagmittag mitteilte, erreichte die Information über die erneute Abklärung von Embolos ESTA um 10.30 Uhr Schweizer Zeit. Der 29-Jährige hätte mit dem Team am Nachmittag Richtung Los Angeles abheben sollen. Am Flughafen in Zürich wurde ihm ein Mitarbeiter jener Agentur zur Seite gestellt, die die Reise der Schweizer Nati zum Großturnier in den USA, Kanada und Mexiko organisiert hat.
Der Verband erklärte, Embolos elektronisches Reisedokument für die USA sei noch abgeklärt worden und habe den Flug des Stürmers dadurch unmöglich gemacht. Man stehe nun in Kontakt mit den Behörden. Der SFV äußerte die Erwartung, dass der Angreifer von Stade Rennes noch heute oder morgen nachfliegen und zum Team stoßen werde. Eine Begründung, warum die Einreisegenehmigung erneut überprüft wurde, nannte der Verband zunächst nicht.
Reaktionen von Yakin und Tami
Wie aus Verbandskreisen weiter verlautete, war die ESTA-Genehmigung für Embolo bis zum Dienstagmorgen noch bewilligt, wurde dann aber überraschend zurückgezogen. Die kurzfristige Änderung kam für die Schweizer Delegation völlig unerwartet, da der Stürmer im vergangenen Jahr bereits mit der Nationalmannschaft in den USA war und dabei gegen Mexiko (4:2) und gegen die USA (4:0) je ein Tor erzielt hatte.
Murat Yakin, der Coach der Schweizer Auswahl, zeigte sich am Flughafen dennoch zuversichtlich. Nach dem Testspiel gegen Jordanien seien die obligatorischen Medizinchecks absolviert worden, alle Spieler seien fit. Yakin verwies auf die vergangene Woche mit vielen Marketingaktivitäten, die mit dem erfolgreichen Test abgeschlossen worden sei: „Wir haben eine Woche mit vielen Marketingaktivitäten hinter uns, was dazugehört. Wir konnten die Woche mit einem erfolgreichen Testspiel abschliessen, sodass wir mit einem guten Gefühl nach Amerika reisen."
Verwaltungsratsdirektor Pierluigi Tami schloss sich der positiven Einschätzung an. „Ich habe sehr, sehr positive Gefühle. Ich bin sehr zufrieden mit unserer letzten Woche. Es war eine intensive Woche mit vielen Aktivitäten für unsere Sponsoren und mit den Medien. Den letzten Tag mit dem Testspiel gegen Jordanien habe ich positiv gesehen." Tami betonte zudem, dass der Mannschaft elf Tage zur Vorbereitung auf das erste Gruppenspiel zur Verfügung stünden: „Wir haben 11 Tage Zeit. Diese werden wir zur bestmöglichen Vorbereitung nutzen."
Reiseroute und Basislager
Die Reise der Schweizer Nati führt vom Flughafen Zürich zunächst nach Los Angeles. Von dort geht es mit dem Bus weiter nach San Diego, wo das Team sein WM-Basislager aufschlagen wird. Am Samstag steht in San Diego ein weiteres Testspiel gegen Australien an. Yakin rechnet damit, dass die Spieler zwei bis drei Tage benötigen werden, um sich an den Jetlag und die Zeitverschiebung anzupassen: „Die ersten zwei, drei Tage brauchen wir wohl ein bisschen, um mit dem Jetlag, der Zeitverschiebung, klarzukommen. Das geht aber relativ schnell. Nach zwei, drei Tagen werden wir im Rhythmus sein."
Ausblick auf die Gruppenspiele
Die Schweizer Auswahl trifft in der Gruppe B am 13. Juni in ihrem ersten WM-Spiel auf Katar. Weitere Gegner sind Bosnien-Herzegovina und Gastgeber Kanada. Für Yakin ist es das dritte großes Turnier als Nati-Chefcoach, nachdem er 2021 vom Challenge-Ligisten FC Schaffhausen übernommen hatte. Sein Vorgänger war Vladimir Petkovic. Bei der Heim-EM 2024 hatte die Schweiz das Halbfinale nur knapp verpasst, was die Erwartungen an das Team im Vorfeld der WM in Nordamerika hochgeschraubt hat.
Vor diesem Hintergrund formulierte Yakin auch klare Ambitionen. „Wir haben uns weiterentwickelt – nicht nur die Spieler, auch der ganze Staff. Deshalb kann man die beste WM einer Schweizer Nati durchaus erwarten." Tami ergänzte: „Wir müssen selbstbewusst sein. Würden wir nicht daran glauben, dann könnten wir gleich zu Hause bleiben. Es ist richtig, dass wir solch hohe Ambitionen haben. Wir haben bei den letzten Turnieren gezeigt, dass wir nahe dran sind."
Hintergrund: Embolos Stationen und Verfahren
Im Hintergrund des Personalkomplexes um Embolo steht auch ein juristisches Nachspiel aus der Schweiz. Im April war der Stürmer wegen eines Vorfalls aus dem Jahr 2018 in Basel zu einer bedingten Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je 300 Franken verurteilt worden, wie die Nachrichtenagentur SDA-Keystone berichtete. Ob dieser Umstand im Zusammenhang mit der ESTA-Überprüfung eine Rolle spielt, ist bisher nicht bekannt. Der SFV äußerte sich dazu nicht.
Embolo, geboren in Kamerun, war zwischen 2016 und 2022 in der Bundesliga aktiv. Zunächst lief er für den FC Schalke 04 auf, von 2019 bis 2022 spielte er für Borussia Mönchengladbach. Aktuell steht er beim französischen Erstligisten Stade Rennes unter Vertrag. Sollte die erneute ESTA-Prüfung erfolgreich abgeschlossen werden, könnte Embolo noch vor dem Test gegen Australien in San Diego zur Mannschaft stoßen.
Derweil läuft die WM-Vorbereitung der Schweiz trotz des Rückschlags weiter auf Hochtouren. Neben sportlichen Aspekten stand in der vergangenen Woche vor allem das Pensum an Marketing- und Medienverpflichtungen im Mittelpunkt, das Yakin ausdrücklich als Teil des Profialltags einordnete. In der Mannschaft und im Staff sieht er das Team auf einem Niveau, das die beste Schweizer WM-Leistung überhaupt ermöglichen soll – sofern alle Spieler, inklusive Embolo, rechtzeitig im Basislager eintreffen.
Offene Fragen und nächste Schritte
Über die genauen Gründe der kurzfristigen ESTA-Überprüfung hüllte sich der Verband zunächst in Schweigen. Auch eine Anfrage bei den zuständigen US-Behörden blieb im Vorfeld des Abflugs unbeantwortet. Klar ist nur: Sobald die Bewilligung vorliegt, soll Embolo „zeitnah" nachreisen, wie der SFV in seiner Mitteilung formulierte. Bis dahin bereitet sich die Schweizer Nati in San Diego ohne ihren nominellen Stürmer auf das erste Gruppenspiel gegen Katar vor.
Für Embolo selbst ist die Situation ungewohnt. Erst im vergangenen Jahr war er mit der Nati in den USA auf Reisen gewesen und hatte bei den beiden Testspielen gegen Mexiko und die USA getroffen. Eine erneute Einreise in das Land, in dem in wenigen Tagen die Endrunde beginnt, wäre aus seiner Sicht ein zweiter Anlauf – diesmal mit deutlich kürzerer Vorlaufzeit als geplant. Im Lager der Schweizer Verbandsverantwortlichen hofft man, dass die Behörden den Vorgang zügig klären.
Mit Blick auf den Kader macht Yakin deutlich, dass er grundsätzlich auf den vorhandenen Spielerkreis setzt. Das Aufgebot habe sich seit der Heim-EM nicht grundlegend verändert. Sollte Embolo ausfallen, müsste der Coach kurzfristig umdisponieren – entweder durch eine taktische Anpassung oder durch die Nachnominierung eines anderen Stürmers. Konkrete Pläne dafür hat Yakin bisher nicht öffentlich gemacht.
Fragen & Antworten
Warum konnte Breel Embolo nicht mit der Nati in die USA fliegen?
Sein elektronisches Reisedokument für die USA (ESTA) wurde am Dienstagmorgen überraschend erneut überprüft, obwohl es zuvor bewilligt war. Deshalb musste der Stürmer am Flughafen Zürich bleiben, während die Delegation nach Los Angeles abflog.
Wann wird Embolo voraussichtlich zum Team nachreisen?
Der Schweizerische Fußballverband erklärte, man gehe davon aus, dass Embolo noch am Dienstag oder am Mittwoch nachfliegt. Eine offizielle Bestätigung der US-Behörden steht allerdings noch aus.
Gegen welche Gegner spielt die Schweiz in der WM-Gruppenphase?
Die Schweizer Auswahl trifft in der Gruppe B am 13. Juni zunächst auf Katar, die weiteren Gegner sind Bosnien-Herzegovina und Gastgeber Kanada.