Am Samstag, dem 18. Juli 2026, ist ein elfjähriger Bub aus dem Bezirk Graz-Umgebung auf dem Bürgeralm-Panoramaklettersteig bei Aflenz in eine Notsituation geraten und am frühen Nachmittag von der Bergrettung Aflenz und der Alpinpolizei unverletzt geborgen worden.

Der Junge war gemeinsam mit zwei 36-jährigen Verwandten in die Tour gestartet. Es war sein erster Klettersteig überhaupt, wobei er nach Angaben seiner Begleiter zuvor bereits mehrfach in einer Indoor-Kletterhalle geübt hatte. Seine Begleiter beschrieben ihn vor dem Aufstieg als „körperlich und mental fit“.

Die Gruppe betrat den Bürgeralm-Panoramaklettersteig, der überwiegend mit dem Schwierigkeitsgrad D – sehr schwierig – klassifiziert ist. Der Steig enthält zudem eine sogenannte Arena-Variante, die über einen Überhang führt. Diese Arena-Variante war von der Gruppe ursprünglich nicht eingeplant.

Hintergrund: Der Bürgeralm-Panoramaklettersteig

Kurz vor der schwierigen Stelle änderten die Begleiter ihren Plan und wollten den Klettersteig über einen Notausstieg noch vor dem heiklen Abschnitt verlassen. Bei einer D-Stelle ging dem Elfjährigen jedoch die Kraft aus, sodass er sich nicht mehr selbstständig in die Karabiner des Stahlseils einklinken konnte.

Die Verwandten sicherten den Buben daraufhin am Stahlseil und verständigten den Alpinnotruf. Gegen 13:30 Uhr wurde der Junge von Einsatzkräften der Bergrettung Aflenz und der Alpinpolizei aus dem Steig geborgen.

Nach Angaben der Polizei war die Gruppe grundsätzlich gut ausgerüstet. Der Elfjährige konnte den Klettersteig in der Folge nicht mehr eigenständig weiterklettern, blieb aber bei dem Einsatz unverletzt. Im Anschluss setzte die Gruppe die Tour gemeinsam fort.

Hinweis der Alpinpolizei zur Tourenplanung

Die Alpinpolizei nutzte den Vorfall, um erneut auf die Bedeutung einer sorgfältigen Tourenplanung und einer realistischen Einschätzung der eigenen Kräfte hinzuweisen. D-Stellen in Klettersteigen erfordern neben Kraft auch Erfahrung im Umgang mit dem Material.

Der Bürgeralm-Panoramaklettersteig bei Aflenz zählt zu den anspruchsvolleren Anlagen der Region und richtet sich erfahrenen Begehern. Die Arena-Variante mit Überhang gilt als besondere Schlüsselstelle.

Der Einsatz verlief nach Angaben der Einsatzkräfte ohne Verletzte. Zum Zustand des Buben nach der Bergung wurden keine näheren Angaben gemacht.

Ablauf der Rettung

Die Behörden verwiesen in diesem Zusammenhang erneut auf die Empfehlung, vor Bergtouren Wetter, Schwierigkeit und eigene Kondition realistisch einzuschätzen und bei Unsicherheit frühzeitig auf Alternativrouten oder den Abbruch der Tour zu setzen.

Der Vorfall ereignete sich am Samstag, dem 18. Juli 2026, am frühen Nachmittag. Über die Dauer der Bergungsarbeiten wurden zunächst keine Details bekannt.

Ermittlungen und weiteres Vorgehen

Die Ermittlungen zum genauen Hergang wurden von der Alpinpolizei aufgenommen. Hinweise auf ein Fehlverhalten der Begleiter oder unzureichende Ausrüstung ergaben sich laut Polizei nicht.