Mersin, Türkei, 14. April 2026

Der ehemalige türkische Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu ist zu einer Haftstrafe von elf Monaten und 20 Tagen verurteilt worden, weil er den amtierenden Präsidenten Recep Tayyip Erdogan beleidigt haben soll. Das Gericht in Mersin sprach das Urteil am Montag aufgrund von Äußerungen aus dem Jahr 2014, als Erdogan noch Ministerpräsident war.

Kilicdaroglu, der über ein Jahrzehnt lang Vorsitzender der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP) war, hatte die Präsidentschaftswahl 2023 gegen Erdogan verloren. Die Vorwürfe gegen ihn beziehen sich auf kritische Aussagen aus der Zeit vor seiner Niederlage.

Hintergrund der Anklage

Die Anklage gegen Kilicdaroglu geht auf Äußerungen zurück, die er 2014 gemacht hatte, als Erdogan noch das Amt des Ministerpräsidenten innehatte. Damals hatte Kilicdaroglu die Politik der regierenden AKP scharf kritisiert. Die genauen Inhalte der als beleidigend eingestuften Aussagen wurden in der aktuellen Berichterstattung nicht detailliert aufgeführt.