Der 20-jährige Tscheche Jakub Mensik ist am Dienstag bei den French Open in Paris unmittelbar nach seinem Erstrundensieg gegen den Argentinier Mariano Navone auf dem Platz zusammengebrochen und musste von Sanitätern behandelt werden.
Der Matchverlauf
Mensik und Navone hatten sich zuvor bei Temperaturen von rund 31 Grad über 4 Stunden und 41 Minuten einen intensiven Schlagabtausch geliefert. Der Tscheche setzte sich schließlich mit 6:3, 2:6, 6:4, 1:6, 7:6 (13:11) durch – doch wie ein Sieger sah er im Moment des Triumphs nicht aus.
Offensichtlich von Krämpfen geschüttelt, gab Mensik mit der Hand Zeichen, dass er Hilfe benötigte. Sanitäter eilten auf den Court und versuchten, ihn mit großen Eisbeuteln zu kühlen. Mit einem nassen Handtuch im Nacken und humpelnd verließ er schließlich den Court 6 in Roland Garros.
Sein Trainer wollte ihm zu Hilfe kommen, durfte den Platz jedoch nicht betreten. Stattdessen war es sein Gegner Mariano Navone, der zu dem am Boden liegenden Mensik ging und ihm die Hand schüttelte. Der Veranstalter würdigte die Szene mit den Worten: „Großartiger Sportgeist nach einem riesigen Kampf.“
Mensiks Erklärung
Mensik selbst erklärte später: „Ich war ziemlich gut vorbereitet auf das Match in den Bedingungen. Ich konnte dann aber ab dem 4. Satz keine Elektrolyte mehr zu mir nehmen, was dann zu den Problemen geführt hat.“ Die Bedingungen bezeichnete er als „verrückt“.
Der körperliche Zusammenbruch wirft erneut ein Schlaglicht auf die extremen Hitzebedingungen, unter denen die Spieler bei Grand-Slam-Turnieren antreten müssen. Erst an diesem Sonntag sollen die Temperaturen in Paris auf 24 Grad fallen, was für die weiteren Matches etwas Entlastung verspricht.
Hitzebedingungen im Fokus
Mensiks Erstrundensieg war einer der dramatischsten Momente des bisherigen Turnierverlaufs. Der 20-Jährige gilt als eines der vielversprechendsten Talente im Herrentennis und hatte bereits in der Vergangenheit mit starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht.
Die medizinische Versorgung auf dem Platz dauerte mehrere Minuten. Mensik konnte den Court letztlich aus eigener Kraft verlassen, auch wenn er dabei humpelte und sichtlich gezeichnet war. Über seinen weiteren Gesundheitszustand wurde zunächst nichts bekannt.
Der Vorfall erinnert an ähnliche Hitzekollapse im Profitennis, etwa den von Naomi Osaka bei früheren Turnieren. Die Diskussion über Hitzepausen und eine bessere Spielplanung bei extremen Temperaturen dürfte damit neuen Auftrieb erhalten.
