Der österreichische Leichtathlet Enzo Diessl hat sich bei den Europameisterschaften in Birmingham für das Finale über 110 m Hürden qualifiziert.

Der 22-jährige Diessl, der für Österreich startet, sicherte sich in der britischen Metropole einen Startplatz unter den besten Acht seiner Disziplin. Über die 110 Meter Hürden gehört der Bewerb zu den traditionsreichsten Sprintdisziplinen der Leichtathletik. Mit seinem Einzug in den Endlauf gelang dem Niederösterreicher einer der größten Erfolge seiner bisherigen Karriere.

Das Feld der Hürdensprinter gilt als hochkarätig besetzt. Insgesamt zehn Athleten aus ganz Europa kämpften in den Semifinali am Dienstagabend um die verbleibenden Plätze im Endlauf. Diessl überzeugte mit einer konstanten Serie und einer persönlichen Bestzeit, die ihm am Ende den Sprung in das Finale sicherte.

Tradition der Hürdensprinter in Österreich

Mit dem Finaleinzug reiht sich Diessl in eine Reihe prominenter österreichischer Hürdensprinter ein. In den 1990er-Jahren hatte der kanadisch-österreichische Doppelstaatsbürger Mark McKoy, der später auch die Staatsbürgerschaft Österreichs annahm, mit seinem EM-Titel 1990 in Split für einen der größten österreichischen Leichtathletik-Erfolge gesorgt. McKoy gilt bis heute als eine der prägenden Figuren der heimischen Hürdenszene.

Der sportliche Aufstieg Diessls verlief in den letzten Jahren stetig nach oben. Bei internationalen Nachwuchsmeisterschaften sammelte er erste Erfahrungen, ehe er den Sprung in das österreichische Nationalteam schaffte. Im Vorfeld der EM in Birmingham hatte er mit starken Vorlaufergebnissen auf sich aufmerksam gemacht.

Premiere durch Weißhaidinger

Die Europameisterschaften in Birmingham sind die größte Leichtathletik-Veranstaltung des Kontinents in diesem Jahr. Austragungsort ist das Alexander Stadium, das eigens für die Bewerbe hergerichtet wurde. Insgesamt werden in der kommenden Woche Medaillen in 50 Disziplinen vergeben.

Schon vor Diessl hatte Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger als erster Österreicher den Finaleinzug bei diesen Titelkämpfen perfekt gemacht. Der erfahrene Oberösterreicher zählt seit Jahren zur Weltspitze im Diskuswurf und möchte in Birmingham seine Sammlung internationaler Medaillen erweitern. Sein Einzug in den Endlauf wurde vom Österreichischen Leichtathletik-Verband als wichtiges Signal gewertet.

Im österreichischen Team herrscht nach den ersten Wettkampftagen Aufbruchsstimmung. Sportdirektor und Trainerstab zeigten sich mit den Leistungen der heimischen Athleten zufrieden. Neben Diessl und Weißhaidinger ruhen die Hoffnungen auf weitere Finalplätze bei den Bewerben am Wochenende.

Ausblick auf das Finale am Mittwoch

Für die heimischen Leichtathletik-Fans bedeutet das Finale am Mittwochabend einen weiteren sportlichen Höhepunkt. Die Live-Übertragung ist im ORF sowie im offiziellen Streaming-Angebot der Europäischen Leichtathletik-Assoziation geplant. Mit einem Finalplatz unter den besten Acht wäre Diessls Mission Birmingham bereits erfüllt – eine Medaille wäre die Krönung.

Bei der Vergabe der Medaillen wird auch ein Auge auf die internationale Konkurrenz geworfen. Athleten aus Frankreich, Italien und Großbritannien galten im Vorfeld als Mitfavoriten. Auch Springer und Sprinter aus Norwegen und der Schweiz haben sich für den Endlauf qualifiziert. Das Finale verspricht ein hochklassiges Rennen zu werden.

Mit Blick auf die Zukunft gilt Diessl als eines der größten österreichischen Sprinter-Talente. Sollte er im Finale eine Medaille gewinnen, wäre das für die heimische Leichtathletik ein weiterer Meilenstein nach den Erfolgen der Vergangenheit. Schon jetzt hat er sich in die Annalen der österreichischen EM-Geschichte eingetragen.