Ein Erdbeben der Stärke 5 erschüttert Deutschland durchschnittlich alle zehn Jahre – doch Experten warnen vor der statistischen Gewissheit eines zerstörerischen Bebens der höchsten Kategorie alle 100 Jahre. Aktuelle Daten zeigen mehrere seismische Hotspots, darunter das Rheingebiet und die Region um Albstadt.

Risikogebiete im Fokus

Die Bundesrepublik Deutschland gilt zwar nicht als klassisches Erdbebenland, doch bestimmte Regionen verzeichnen regelmäßige seismische Aktivitäten. Besonders betroffen ist der Mittelrhein bei Koblenz, wo sich die Erdkruste häufiger verschiebt. Ebenfalls gefährdet ist der Abschnitt zwischen Karlsruhe und Mainz, insbesondere die Gegend um Rheinstetten und Rastatt.

Im Oberrheingraben nahe Straßburg häufen sich in den letzten Jahren leichte Beben, während südlich von Stuttgart die historisch aktive Zone um Albstadt weiterhin als seismischer Brennpunkt gilt. „Die geologischen Verwerfungen in diesen Regionen sind seit Jahrhunderten bekannt“, erklärt ein Sprecher des Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (bgr.bund.de).

Historische Beben und statistische Wahrscheinlichkeiten

Das stärkste je in Deutschland gemessene Erdbeben ereignete sich am 16. November 1911 mit einer Magnitude von 6,1. Damals wurden zahlreiche Gebäude beschädigt, insbesondere in der Schwäbischen Alb. Statistisch gesehen liegt die Wahrscheinlichkeit für ein vergleichbares Ereignis bei einmal pro Jahrhundert.