Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) spricht sich klar gegen Pläne aus, die Preise für Bahntickets um bis zu 50 Prozent zu senken, und warnt vor überlasteten Zügen und einem verschärften Personalmangel.
Überlastung des Systems befürchtet
Die GDL argumentiert, dass eine Preissenkung in dieser Größenordnung die Nachfrage in einem bereits angespannten System weiter erhöhen würde, ohne dass zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden. „Eine solche Maßnahme würde die Züge noch voller machen und den Druck auf das Personal verstärken“, heißt es in einer Stellungnahme der Gewerkschaft. Die bereits bestehenden Herausforderungen im Betriebsablauf würden sich dadurch weiter verschärfen.
Laut der GDL fehlt es im aktuellen System an ausreichenden Ressourcen, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Die Gewerkschaft verweist auf häufige Verspätungen, überlastete Strecken und einen chronischen Personalmangel. Eine zusätzliche Steigerung der Fahrgastzahlen ohne entsprechende Investitionen in Infrastruktur und Personal sei daher nicht tragbar.
Finanzierung ungeklärt
Ein weiterer Kritikpunkt der GDL ist die unklare Finanzierung der geplanten Preissenkungen. Die Gewerkschaft betont, dass bisher keine konkreten Pläne vorliegen, wie die reduzierten Ticketpreise langfristig finanziert werden sollen. „Ohne eine solide Finanzierungsgrundlage droht die Qualität des Bahnverkehrs weiter zu leiden“, warnt die GDL.
