Ein 46-jähriger Mann hat vor Gericht gestanden, seine Stiefkinder in Thüringen hundertfach sexuell missbraucht zu haben. Die Ermittlungen wurden durch einen Hinweis aus den USA eingeleitet, wo Daten einer Online-Plattform ausgewertet worden waren.
Überwältigende Beweislage
Der Angeklagte hatte zunächst keine Aussage machen wollen, änderte jedoch seine Haltung, nachdem der Vorsitzende Richter auf die erdrückende Beweislage hingewiesen hatte. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung in Ilmenau wurden Speichermedien mit tausenden kinder- und jugendpornografischen Aufnahmen sichergestellt. Die Aufnahmen dokumentierten laut Anklage hunderte Missbrauchshandlungen.
Richter Holger Pröbstel von der Jugendschutzkammer des Landgerichts Erfurt bezeichnete das Verfahren als außergewöhnlich. "Dieses Verfahren sprengt alles", sagte er während der Verhandlung. Die umfangreichen Beweise, darunter hunderte Videos, hätten den Angeklagten schließlich zum Geständnis bewegt.
Weitere Vorwürfe: Anbahnung über Instagram
Neben den Missbrauchsvorwürfen steht der Mann auch im Verdacht, über ein gefälschtes Instagram-Profil Kontakt zu einer Freundin seiner Stieftochter aufgenommen zu haben. Unter der Identität eines 21-Jährigen soll er dem Mädchen Geld für Nacktaufnahmen angeboten haben.
Die Ermittler hatten die Spur zu dem Mann durch eine internationale Kooperation aufgedeckt. Ein Hinweis aus den USA führte zu den ersten Verdachtsmomenten, die schließlich zur Durchsuchung und Sicherstellung der belastenden Materialien führten. Die Behörden gehen davon aus, dass der Mann über einen längeren Zeitraum aktiv war.
