Lausanne, 24 Juli 2026
Der Internationale Sportgerichtshof CAS in Lausanne hat eine Anhörung im Streit um das von Tumulten überschattete Finale des Afrika Cups 2025 zwischen Marokko und Senegal angesetzt.
Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat nach dem von Tumulten geprägten Endspiel vom 18. Januar eine Anhörung im Rechtsstreit zwischen Marokko und Senegal anberaumt. Das Berufungsgericht des afrikanischen Fußball-Verbandes CAF hatte dem Einspruch Marokkos stattgegeben und die Partie mit 3:0 für den Gastgeber gewertet, obwohl Senegal das Spiel sportlich mit 1:0 nach Verlängerung gewonnen hatte.
Hintergrund des Streits
Hintergrund des Verfahrens ist das Endspiel des Afrika Cups, das am 18. Januar stattfand und durch schwere Zwischenfälle auf und neben dem Platz überschattet wurde. Nach Spielende kam es zu Tumulten, in deren Verlauf die sportliche Entscheidung in den Hintergrund rückte. Der marokkanische Verband legte Einspruch ein, das CAF-Berufungsgericht gab diesem statt und ordnete die nachträgliche Wertung des Spiels mit 3:0 für Marokko an.
Die Causa zog anschließend weitere sportpolitische Kreise, weil Senegal die Entscheidung nicht akzeptieren wollte. Der senegalesische Verband wandte sich an den CAS in Lausanne, um die Rücknahme der nachträglichen Wertung zu erreichen. Damit liegt der Fall nun bei der höchsten sportrechtlichen Instanz, deren Urteil als endgültig gilt.
Wie der CAS mitteilte, wurde eine Anhörung im Verfahren angesetzt, in dem die Beteiligten ihre Argumente vortragen können. Wann genau die Anhörung stattfinden soll, wurde aus der Mitteilung nicht ersichtlich. Beobachter werten den Schritt als Signal, dass der Streit um Titelvergabe und Wertung des Endspiels erst nach einer mündlichen Verhandlung entschieden werden soll.
Was steht rechtlich auf dem Spiel?
Inhaltlich geht es im Kern um zwei Fragen: Erstens, ob die Entscheidung des CAF-Berufungsgerichts, das Spiel nachträglich mit 3:0 für Marokko zu werten, Bestand haben kann. Zweitens, ob die beim Endspiel dokumentierten Vorfälle eine solche Wertung sportrechtlich rechtfertigen. Der CAS wird beide Punkte zu prüfen haben.
Beide Verbände haben in den vergangenen Monaten den Fall öffentlich erörtert und ihre jeweiligen Rechtsauffassungen dargelegt. Marokko beruft sich auf die Vorfälle rund um das Endspiel und die ursprüngliche Spielwertung. Senegal verweist darauf, dass die Mannschaft das Spiel auf dem Platz mit 1:0 nach Verlängerung gewonnen habe und eine nachträgliche Wertung den sportlichen Wettbewerb aushöhle.
Ausblick auf das Verfahren
Die Anhörung markiert einen neuen Abschnitt in einem Verfahren, das seit Monaten die Schlagzeilen des afrikanischen Fußballs bestimmt. Mit der Entscheidung des CAS, eine Anhörung anzusetzen, wird der Konflikt zwischen den beiden Verbänden voraussichtlich erst im kommenden Jahr zu einem endgültigen Abschluss kommen.
Über den Ausgang des Verfahrens wird der CAS nach der Anhörung entscheiden. Bis dahin bleibt offen, ob die nachträgliche Wertung mit 3:0 für Marokko Bestand hat oder ob Senegal den Titel doch noch auf sportlichem Weg zugesprochen bekommt.
Der Afrika Cup 2025 war bereits vor dem Endspiel von großem sportlichen Interesse gewesen, doch die Tumulte rund um das Finale und die anschließenden juristischen Auseinandersetzungen haben den Wettbewerb weit über die sportliche Berichterstattung hinaus in den Blickpunkt gerückt. Die Anhörung beim CAS dürfte daher auch international aufmerksam verfolgt werden.
