Der Bundesrat will mit einer Anpassung des Sprachengesetzes sicherstellen, dass alle Primarschulkinder in der Schweiz eine zweite Landessprache lernen, und hat dazu am Freitag eine Vernehmlassung eröffnet.
Hintergrund: Kantone gegen Frühfranzösisch
In einem Communiqué bezeichnete die Landesregierung die Stellung der Landessprachen in der obligatorischen Schule als eine «Frage von nationaler Bedeutung». Sollten die Kantone keine verfassungskonforme Lösung finden, seien bundesrechtliche Vorgaben nötig. Der Bundesrat habe das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) beauftragt, den entsprechenden Entwurf auszuarbeiten.
Hintergrund ist die zunehmende Zahl Deutschschweizer Kantone, die den Französischunterricht von der Primar- auf die Sekundarstufe verschieben wollen. Im September 2024 hatte der Kanton St. Gallen einen entsprechenden Entscheid getroffen, im gleichen Monat sprach sich auch der Kanton Zürich gegen das Frühfranzösisch aus. Im April dieses Jahres zog der Grosse Rat des Kantons Thurgau nach, im Frühjahr 2025 lehnte zudem der Kantonsrat von Appenzell Ausserrhoden den frühen Französischunterricht ab.
