Capri, Italien. 8. April 2026.
Die italienische Ferieninsel Capri führt neue Strafen von bis zu 500 Euro ein, um aggressive Werbung und Belästigung von Touristen zu unterbinden.
Neue Regelungen gegen Drängelei
Ab sofort müssen Anbieter von touristischen Dienstleistungen wie Inseltouren, Bootsausflüge oder geführte Besichtigungen mit Geldstrafen zwischen 25 und 500 Euro rechnen, wenn sie Touristen bedrängen. Die Maßnahme zielt darauf ab, das Erlebnis für Besucher zu verbessern und unerwünschtes Aufdrängen von Speisen, Getränken oder Dienstleistungen zu verhindern.
Laut den Behörden soll damit auch die unerlaubte Verteilung von Werbematerial wie Broschüren, Flyern oder Visitenkarten in öffentlichen Bereichen eingedämmt werden. Die Regelung betrifft insbesondere stark frequentierte Orte wie die Blaue Grotte oder die Hafenpromenade, wo Touristen oft von Anbietern angesprochen werden.
Hintergrund und Ziele
Die Gemeinde Capri reagiert damit auf Beschwerden von Besuchern, die sich durch aufdringliche Verkäufer belästigt fühlten. „Das Ziel ist es, die Qualität des Aufenthalts für unsere Gäste zu steigern“, erklärte ein Vertreter der lokalen Verwaltung. Die neue Verordnung soll ein entspannteres Urlaubserlebnis ermöglichen und gleichzeitig fairen Wettbewerb unter den Dienstleistern fördern.
Die Maßnahme ist Teil einer größeren Initiative, um den Ruf der Insel im Golf von Neapel als hochwertiges Reiseziel zu erhalten. Bereits in der Vergangenheit gab es ähnliche Regelungen, doch die nun eingeführten Strafen sind deutlich höher und sollen eine stärkere abschreckende Wirkung entfalten.
Auswirkungen auf Tourismusanbieter
Für lokale Anbieter von Bootsausflügen, Restaurants und Führungen bedeutet die neue Regelung eine klare Einschränkung ihrer bisherigen Werbepraktiken. Viele hatten sich darauf verlassen, Touristen direkt anzusprechen, um Geschäfte zu generieren. Die Behörden betonen jedoch, dass legale Werbung weiterhin möglich bleibt – solange sie nicht als Belästigung empfunden wird.
Die APA berichtete, dass bereits in den ersten Tagen nach Inkrafttreten der Regelung mehrere Verstöße gemeldet wurden. Die genaue Anzahl der verhängten Strafen ist noch nicht bekannt, doch die Behörden signalisierten, dass sie die Einhaltung streng überwachen werden.
Reaktionen und nächste Schritte
Einige Einheimische wie Paolo Falco, der seit Jahren Bootstouren anbietet, begrüßen die Maßnahme: „Es war notwendig, dass die Gemeinde handelt. Zu viele Anbieter haben den Ruf der Insel beschädigt.“ Andere befürchten jedoch, dass die neuen Beschränkungen ihre Einnahmen schmälern könnten.
Die Behörden planen, die Wirkung der Regelung in den kommenden Monaten zu evaluieren und bei Bedarf nachzusteuern. Besucher der Insel werden aufgefordert, Verstöße zu melden, um die Umsetzung zu unterstützen. Mit dieser Initiative setzt Capri ein Zeichen für einen respektvolleren Umgang mit Touristen in einer der beliebtesten Urlaubsregionen Italiens.