Ein 30 Jahre altes Beulenkrokodil, das zuvor privat in einem Garten in Thüringen gehalten wurde, ist nun im Terrarienhaus des Tiergartens Schönbrunn untergebracht. Das 2,3 Meter lange Reptil mit fast 70 scharfen Zähnen wurde in einer speziellen Transportbox per LKW nach Wien gebracht.
Hintergrund der Rettung
Das Beulenkrokodil wurde nach Angaben des Zoos beschlagnahmt und fand im Tiergarten Schönbrunn ein neues Zuhause. Die Art war vor 40 Jahren in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet – im Süden Mexikos, in Guatemala und Belize – fast ausgerottet worden. Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck erklärte: *"Wegen ihres Leders wurden die Beulenkrokodile in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet - im Süden Mexikos, in Guatemala und Belize - vor 40 Jahren fast ausgerottet."*
Dank erfolgreicher Zuchtprogramme, unter anderem im Zoo Atlanta, gilt die Art heute nicht mehr als bedroht. Der Tiergarten Schönbrunn hofft nun, mit dem neuen Krokodil und einem bereits vorhandenen Weibchen ein Zuchtpaar zu bilden. Das bisherige Männchen war im September verstorben.
Transport und Unterbringung
Der Transport des Beulenkrokodils erforderte besondere Vorkehrungen. Das Reptil wurde in einer speziellen Box per LKW nach Wien gebracht. Im Terrarienhaus des Zoos findet es nun artgerechte Bedingungen vor. Die Münchner Auffangstation, die jährlich mehrere tausend Tiere aufnimmt, hatte das Krokodil zuvor medizinisch versorgt.
Die private Haltung des Reptils über zehn Jahre in Thüringen war nicht artgerecht, weshalb die Behörden eingriffen. Der Tiergarten Schönbrunn bietet nun die Möglichkeit, das Tier unter fachkundiger Betreuung zu pflegen und langfristig in ein Zuchtprogramm einzubinden.

