Die Behörden haben im US-Bundesstaat Ohio 16 Kinder im Alter zwischen 18 Monaten und 18 Jahren aus einem abgelegenen Haus befreit, in dem sie nach ersten Erkenntnissen jahrelang unter "bedauerlichen Bedingungen" zwischen Fäkalien und Müll gelebt hatten.

Update vom 3. Juli 2026: Die Staatsanwaltschaft hat den Fall inzwischen präziser eingeordnet, Namen der vier Beschuldigten veröffentlicht und Details zum Schicksal der Kinder ergänzt. Die Ermittler schließen Menschenhandel aus und gehen von einem innerfamiliären Vorfall aus, wie Ohios Generalstaatsanwalt Andy Wilson bei einer Pressekonferenz erklärte.

Was ist neu seit dem 2. Juli

Was ist neu seit dem 2. Juli: Gegen die vier festgenommenen Erwachsenen – Gary Siders Jr., Gary Siders Sr., Christina Siders und Elizabeth Siders – wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft jeweils in 16 Fällen Anklage wegen Kindeswohlgefährdung erhoben. Zudem konkretisierten die Behörden das Alter der Kinder: Nach den neuen Angaben waren die Kinder zwischen 18 Monaten und 18 Jahren alt, einige konnten nicht sprechen. Eine 18-Jährige mit einer Entwicklungsstörung war nach Darstellung der Ermittler nicht einmal in der Lage, ihren eigenen Namen zu buchstabieren. Auch der Zustand des Hauses wurde genauer beschrieben: Die Kinder verbrachten demnach den Großteil der vergangenen vier Jahre in einem einzigen Raum von rund zwölf Quadratmetern.

Das Haus liegt in Hamden, einer kleinen Gemeinde mit weniger als 1.000 Einwohnern im Bezirk Vinton. Es war nach Angaben der Behörden hinter dichtem Gestrüpp und Bäumen verborgen. Bei der Durchsuchung stießen die Einsatzkräfte auf die Kinder unter laut Staatsanwaltschaft "bedauerlichen Bedingungen", zwischen Fäkalien und Müll.

Generalstaatsanwalt Wilson schilderte die Lage drastisch. "Hätten wir noch weitere 24 Stunden gewartet, hätte es möglicherweise einen Todesfall gegeben, da bin ich mir ziemlich sicher", sagte er. Zugleich betonte er, es handle sich um einen innerfamiliären Vorfall und nicht um Menschenhandel. "Wir wussten nicht, dass sie dort sein würden", erklärte Wilson, ohne weitere Details zum Anlass der Durchsuchung zu nennen.

Ort und Umfeld des Hauses

Auch Sheriff Ryan Cain vom Vinton County wandte sich an die Öffentlichkeit. "Ein Großteil unseres Viehs wird unter besseren Bedingungen gehalten als die Kinder", sagte Cain in einem Mitschnitt der Pressekonferenz. Wilson sagte über den Anblick nach der Befreiung: "Das war gestern, und ich kann den Geruch immer noch nicht aus der Nase bekommen."

Der Generalstaatsanwalt sprach in einem weiteren Zitat vom "pures Böses" und bezeichnete die Szene als die schlimmste seiner gesamten Laufbahn. Ein Ermittler sagte zudem, die Kinder hätten "fast wie wilde Tiere" ausgesehen. Wilson selbst erklärte: "Ich konnte nicht in diesen Raum gehen, ich habe nur zur Tür hineingeschaut."

Die Behörden holten die 16 Kinder aus dem Haus und bemühen sich nach eigenen Angaben um das vorläufige Sorgerecht. Nach Angaben der Ermittler war vor der Durchsuchung niemandem bewusst, dass sich dort 16 Kinder aufhielten. Bis zum Tag nach der Befreiung war zudem unklar, ob alle Kinder Geschwister sind oder in welchem genauen Verwandtschaftsverhältnis sie zueinander stehen.