Der FC Bayern München hat das erste Spiel der Best-of-Five-Finalserie in der Basketball-Bundesliga gegen Alba Berlin mit 102:94 gewonnen und sich damit eine 1:0-Führung in der Serie gesichert.
Vor 10.760 Zuschauern im Münchner SAP Garden entwickelte sich von Beginn an ein intensives Duell. Alba Berlin, gecoacht vom spanischen Headcoach Pedro Calles, bestimmte fast die gesamte erste Hälfte und führte zwischenzeitlich mit acht Punkten (15:7 in der 15. Minute). Erst kurz vor der Pause kippte das Spiel: Mit einer furiosen Phase setzte sich Bayern leicht ab, zur Halbzeit stand es 58:55 für die Gastgeber.
Obst nach Infektion nicht zu stoppen
Der Mann des Abends war Andreas Obst. Der Scharfschütze des FC Bayern hatte sich rechtzeitig von einer schweren Infektion erholt und stand für das erste Finalspiel zur Verfügung. In der ersten Hälfte traf er fünf von sechs Drei-Punkt-Versuchen und alle vier Zwei-Punkt-Versuche, was allein 24 Punkte einbrachte. Am Ende standen 33 Zähler auf seinem Konto, womit er abermals unterstrich, warum er in dieser Saison als Liga-MVP sowie als Welt- und Europameister ausgezeichnet worden ist.
Nach dem Seitenwechsel schien Alba zurückzukommen: Im dritten Viertel lief ein 15:2-Lauf der Berliner, die prompt mit 70:60 in Führung gingen. Doch Bayern konterte und übernahm am Ende des dritten Viertels mit 79:76 wieder die Kontrolle. Im Schlussabschnitt ließ der Hauptrundensieger der BBL nichts mehr anbrennen und baute den Vorsprung kontinuierlich aus.
Albas Antwort im dritten Viertel
Aufseiten der Berliner war Norris Agbakoko mit 21 Punkten der auffälligste Akkordeonist, am Ende reichte es jedoch nicht, um die Niederlage abzuwenden. Der FC Bayern entschied Spiel eins der Finalserie mit 102:94 für sich.
Bayerns Trainer Svetislav Pesic, der die BBL in den späten 1990er-Jahren viermal in Folge mit Alba Berlin gewonnen hatte, sprach nach dem Spiel über die besondere Konstellation der Serie. Wörtlich sagte er: „Spiele gegen Alba sind immer etwas Besonderes“. Der 76-Jährige hatte im Vorfeld angekündigt, im Sommer vom Basketball-Trainergeschäft zurückzutreten – die laufende Finalserie ist damit seine letzte als BBL-Chefcoach.
Pesics letzte Finalserie
Die Finalserie hat eine besondere historische Dimension: Es ist bereits das siebte Mal, dass Bayern München und Alba Berlin in einem BBL-Meisterschaftsfinale aufeinandertreffen – ein Novum in der Geschichte der Liga. Entsprechend groß war das Interesse: Unter den Gästen befand sich auch Fußball-Nationalspieler Lennart Karl, der das Spiel als VIP-Fan verfolgte, verletzungsbedingt aber für die anstehende FIFA-Weltmeisterschaft ausfällt.
Der weitere Serienverlauf ist eng getaktet. Das zweite Spiel der Best-of-Five-Serie steigt am Sonntag um 15:30 Uhr, erneut im SAP Garden in München. Übertragen wird die Partie beim Streamingdienst Dyn. Sollte die Serie danach noch nicht entschieden sein, zieht sie für die Spiele drei und vier nach Berlin, wo Alba den Heimvorteil auf seiner Seite hätte.
Ausblick: Spiel zwei am Sonntag
Bayern hatte den Weg ins Finale mit einem klaren 3:0-Sweep gegen Trier in der Runde der letzten Sechzehn geebnet, Alba hatte sich im Halbfinale mit 3:2 gegen Bamberg durchgesetzt und das entscheidende fünfte Spiel gewonnen. Beide Teams standen damit verdient im Endspiel – und lieferten sich im Auftaktmatch einen Vorgeschmack auf das, was Basketball-Deutschland in den kommenden Tagen erwarten darf.
