Die regional-nationalistische Regierung des Baskenlandes hat einen Antrag auf die vorübergehende Überführung von Picassos berühmtem Anti-Kriegsgemälde „Guernica“ ins Guggenheim Museum in Bilbao gestellt. Das Werk soll vom 1. Oktober 2026 bis zum 30. Juni 2027 ausgestellt werden, um den 90. Jahrestag der Gründung der ersten baskischen Regierung und des Bombenangriffs auf die Stadt Guernica am 26. April 1937 zu würdigen.

Historische Bedeutung des Gemäldes

Picasso schuf „Guernica“ 1937 als direkte Reaktion auf die Zerstörung der baskischen Stadt Guernica durch Hitlers „Legion Condor“. Der Angriff markierte einen historischen Wendepunkt, da erstmals gezielt eine nicht-militärische Zivilbevölkerung bombardiert wurde, um Terror zu verbreiten. Das Gemälde gilt seitdem als eines der eindringlichsten Denkmäler gegen Krieg und Faschismus.

Die Unterstützung des faschistischen Generals Francisco Franco durch die Nazis wird oft als eine Art „Generalprobe“ für den Zweiten Weltkrieg betrachtet. Für das Baskenland ist „Guernica“ jedoch mehr als ein Antikriegssymbol: Es verkörpert auch den Kampf um Unabhängigkeit und die baskische Identität.

Politische und kulturelle Dimension

Die Forderung der baskischen Regierung unterstreicht die anhaltende politische und kulturelle Bedeutung des Gemäldes für die Region. Die geplante Ausstellung im Guggenheim Museum Bilbao soll nicht nur an die Opfer des Bombenangriffs erinnern, sondern auch die historischen Ereignisse im Kontext der baskischen Autonomiebewegung würdigen.