Der ehemalige australische Elitesoldat Ben Roberts-Smith ist wegen Mordvorwürfen im Zusammenhang mit dem Tod wehrloser Zivilisten und Gefangener in Afghanistan festgenommen worden. Der 47-Jährige, der einst als hochdekorierter Angehöriger des Special Air Service (SAS) galt, muss sich nun vor Gericht verantworten.
Ermittlungen und Vorwürfe
Die australische Bundespolizei (AFP) hat nach fünfjährigen Ermittlungen Anklage gegen Roberts-Smith erhoben. Die Behörden sammelten Aussagen von Augenzeugen, darunter auch Mitglieder des SAS-Regiments. Die Vorwürfe beziehen sich auf mutmaßliche Kriegsverbrechen während Roberts-Smiths Einsätzen in Afghanistan.
Ein zentraler Punkt der Anklage ist die Beteiligung an sogenannten "Blooding"-Ritualen, bei denen jüngere Soldaten angehalten wurden, Gefangene zu töten. Diese Praktiken wurden im Rahmen einer umfassenden Untersuchung durch das Office of Special Investigations (OSI) aufgedeckt, das 2021 nach einem Bericht über mutmaßliche Kriegsverbrechen australischer Soldaten eingerichtet wurde.
Hintergrund und Konsequenzen
Der Bericht, der dem Sydney Morning Herald vorlag, lieferte Beweise für 39 mutmaßlich unrechtmäßige Tötungen durch Angehörige der australischen Spezialeinheiten. Roberts-Smith, der unter anderem mit dem Victoria Cross ausgezeichnet wurde, gehört zu den prominentesten Soldaten, die in die Ermittlungen verwickelt sind.
