Angebohrte Gasleitung in Neumarkt im Hausruckkreis löst Großeinsatz aus – rund 1000 Haushalte ohne Strom
Neumarkt im Hausruckkreis, 02. Juli 2026
Chester100rot / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Kurzfassung
In Neumarkt im Hausruckkreis ist am Donnerstagnachmittag bei Arbeiten in einer Wohnhausgarage eine Gasleitung angebohrt worden. Rund 40 Bewohner mussten evakuiert werden, zeitweise fiel bei bis zu 952 Kundenanlagen der Strom aus. Verletzt wurde niemand, der Einsatz dauerte knapp fünf Stunden.
Bei Bauarbeiten in einer Wohnhausgarage in Neumarkt im Hausruckkreis ist am Donnerstag gegen 17 Uhr eine Gasleitung angebohrt worden, woraufhin Feuerwehr, Rotes Kreuz und Energieversorger knapp fünf Stunden lang im Einsatz standen.
Was geschah am Donnerstagabend?
Der Vorfall ereignete sich am frühen Donnerstagabend im oberösterreichischen Neumarkt im Hausruckkreis, einer Marktgemeinde im Bezirk Grieskirchen. Gegen 17 Uhr wurde bei Arbeiten in der Garage eines Wohnhauses eine Gasleitung beschädigt. Unkontrolliert strömte daraufhin Gas aus, wie die Freiwillige Feuerwehr Neumarkt mitteilte.
Bereits beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte waren nach Angaben der Feuerwehr ein deutliches Zischen sowie starker Gasgeruch wahrnehmbar. „Zudem roch es stark danach, teilte die Freiwillige Feuerwehr Neumarkt mit. Die Helfer hörten beim Eintreffen am Gebäude zudem ein lautes Zischen aus der beschädigten Leitung.
Warum der Gashaupthahn nicht reichte
Ein Atemschutztrupp sperrte umgehend den Gashaupthahn des Gebäudes ab, den Gasaustritt konnte diese Maßnahme jedoch nicht stoppen. „Da das Leck noch vor dem Gashaupthahn des Gebäudes lag, trat Gas in größerer Menge aus. Die Gasversorgungsleitung wurde schließlich an anderer Stelle abgesperrt.
Um das Risiko einer Explosion zu minimieren, wurde die Stromversorgung in einem weiträumigen Bereich abgeschaltet. Zeitweise waren bis zu 952 Kundenanlagen ohne Strom, wie der Energieversorger bestätigte. In den nicht betroffenen Ortsteilen konnte die Versorgung nach und nach wiederhergestellt werden, zuletzt blieb im Wesentlichen nur die unmittelbar betroffene Siedlung ohne Strom.
Stromausfall für fast 1000 Haushalte
Die Feuerwehr begann, die Bewohner der umliegenden Häuser vorsorglich in Sicherheit zu bringen. Rund 40 Bewohner einer Siedlung mussten ihre Häuser verlassen. Während die Gasleitung entleert wurde, mussten die Bewohner das Gebiet verlassen.
Ein Großteil der Betroffenen wartete die Sperre auf einem nahegelegenen Spielplatz ab. Über den Gasnotruf wurden Techniker gerufen, die gemeinsam mit den Einsatzkräften die Leitung absperrten und das Gas kontrolliert abließen.
Zwei pflegebedürftige Personen wurden vom Roten Kreuz in ihren Häusern versorgt, da sie nicht ohne Weiteres den Ort wechseln konnten. Drei Feuerwehren standen gemeinsam mit dem Roten Kreuz und weiteren Einsatzkräften fast fünf Stunden lang im Einsatz.
Evakuierung und Betreuung der Anwohner
Die Matthias-Altmann-Straße sowie die Freiung waren im Bereich der Einsatzstelle für mehrere Stunden gesperrt. Der Verkehr musste großräumig umgeleitet werden, was die Anfahrt weiterer Helfer und die Versorgung der Einsatzstelle zusätzlich erschwerte.
Gegen 22.35 Uhr konnte der Einsatz beendet werden. Zuvor hatten die Techniker die Leitung an einer weiter entfernten Stelle abgesperrt und das ausgetretene Gas kontrolliert abgelassen, sodass keine Explosionsgefahr mehr bestand.
Nach und nach konnten die Bewohner in ihre Wohnungen zurück. Bei dem Vorfall wurde nach Angaben der Einsatzkräfte niemand verletzt. Die genaue Schadenssumme und die Ursache der Beschädigung werden noch von den zuständigen Stellen geprüft.
Einsatzende gegen 22.35 Uhr
Die Behörden lobten die koordinierte Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen. Die Freiwillige Feuerwehr Neumarkt, das Rote Kreuz, der Energieversorger und weitere Einsatzkräfte hätten Hand in Hand gearbeitet, um die Gefahrensituation rasch unter Kontrolle zu bringen.
Der Fall wirft erneut Fragen zur Sicherheit bei Bau- und Erdarbeiten in der Nähe von Versorgungsleitungen auf. In der Vergangenheit hatten ähnliche Vorfälle in Oberösterreich immer wieder Großeinsätze ausgelöst. Netzbetreiber und Gemeinden verweisen in solchen Fällen auf Leitungspläne und auf die Meldepflicht vor Grabungsarbeiten.
Hintergrund: Sicherheit bei Bauarbeiten
Die Anwohner zeigten sich erleichtert, dass der Einsatz ohne Verletzte ablief. Viele hatten die Stunden des Wartens gemeinsam auf dem Spielplatz verbracht und wurden von den Einsatzkräften mit Getränken versorgt. Einzelne Bewohner lobten die ruhige und besonnene Arbeit der Helfer.
Die Polizei nahm nach dem Abschluss der Löscharbeiten noch Ermittlungen zur genauen Unfallursache auf. Geprüft werde unter anderem, ob die Leitung vor Beginn der Bauarbeiten ordnungsgemäß lokalisiert und markiert worden war.
Mittlerweile läuft die Stromversorgung in der Siedlung wieder vollständig, auch die Gasleitung ist nach Angaben des Versorgers repariert. Die Gemeinde Neumarkt im Hausruckkreis bedankte sich bei allen beteiligten Einsatzorganisationen für den reibungslosen Ablauf.
Fragen & Antworten
Was ist in Neumarkt im Hausruckkreis passiert?
Am Donnerstag gegen 17 Uhr wurde bei Arbeiten in der Garage eines Wohnhauses eine Gasleitung angebohrt, woraufhin Gas unkontrolliert austrat und ein Großeinsatz von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Energieversorger ausgelöst wurde.
Wie viele Menschen waren von der Evakuierung und dem Stromausfall betroffen?
Rund 40 Bewohner einer Siedlung mussten ihre Häuser verlassen, zeitweise waren bis zu 952 Kundenanlagen ohne Strom, von denen die meisten im Lauf des Einsatzes wieder ans Netz gehen konnten.
Wann konnte der Einsatz beendet werden?
Gegen 22.35 Uhr gaben die Einsatzkräfte Entwarnung, die Bewohner konnten nach und nach in ihre Wohnungen zurückkehren, Verletzte gab es keine.
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