Android 17 ist da: Google bringt neue Datenschutz- und Multitasking-Funktionen auf Pixel-Geräte
Berlin, 16 Juni 2026
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Kurzfassung
Google hat die stabile Version von Android 17 veröffentlicht und gemeinsam mit einem Pixel Drop ausgerollt. Das Update bringt vor allem mehr Datenschutz, ein neues Bubbles-Multitasking, einen Gaming-Modus für Foldables sowie einen vereinfachten Umzug von iOS auf Android. Zunächst ist die Aktualisierung für Googles eigene Pixel-Smartphones ab dem Pixel 6 verfügbar.
Berlin, 16 Juni 2026
Google hat die stabile Version seines Mobilbetriebssystems Android 17 freigegeben und parallel einen neuen Pixel Drop veröffentlicht, der zunächst auf den eigenen Pixel-Smartphones ab dem Pixel 6 installiert werden kann.
Datenschutz im Mittelpunkt
Mit Android 17, intern "Cinnamon Bun" genannt, führt Google nach eigener Aussage eine Reihe von Neuerungen für Multitasking, Sicherheit und Gaming ein. Das Update steht mitsamt eines neuen "Pixel Drops" zuerst für Googles eigene Geräte ab dem Pixel 6 zur Installation bereit. Smartphones mit Android-Betriebssystem anderer Hersteller werden sich noch eine kurze Weile gedulden müssen, bis auch sie das Update erhalten, da die Hersteller oft eine modifizierte Variante des Google-Betriebssystems verwenden. Seit der ersten Betaversion von Android 17, die im Februar erschienen ist, hat Google stufenweise neue Funktionen für die nun veröffentlichte Android-Iteration angekündigt.
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Datenschutz. Via SMS verschickte Einmal-Passwörter können nun nur noch von jenen Programmen eingesehen werden, für die sie bestimmt sind – und von der Default-SMS-App. Alle anderen Programme, die einfach nur die SMS-Berechtigung haben, können diese Information hingegen erst nach drei Stunden einsehen. Überdies erhalten Apps eine neue "Standort-Schaltfläche", mit der Nutzer Anwendungen den Zugriff auf ihren genauen Standort gewähren können. Wenn ein Nutzer auf die neue Schaltfläche tippt, erhält die App nur für die aktuelle Sitzung Zugriff auf den genauen Standort. Bisher wurde bei dieser Option der Standort fix auf einen Umkreis von zwei Kilometer genau an eine App weitergegeben. Jetzt macht man die Genauigkeit dynamisch von der Bevölkerungsdichte im Umfeld abhängig und weitet den Kreis in ländlichen Regionen automatisch aus.
Bereits seit dem März-Update wird bei Pixel-Geräten angezeigt, wenn eine App gerade auf den Standort zugreift. Ergänzend dazu können Apps künftig nur noch temporären Zugriff auf den genauen Standort erhalten, und es gibt vorgefertigte UI-Elemente, die Apps integrieren können, um bei Bedarf lediglich einen einmaligen Zugriff auf den exakten Standort anzufragen. So gibt es fortan die Möglichkeit, gezielt nur einzelne Kontakte an eine App weiterzugeben, wenn diese den Zugriff auf das Adressbuch will. Apps, die auf Android 17 zielen, haben standardmäßig keinen Zugriff mehr auf das lokale Netzwerk. Hierfür bietet Google neue Berechtigungen an.
Neues Multitasking mit Bubbles
Neu in Android 17 ist außerdem ein Kontaktauswahlwerkzeug ("Contact Picker"), das einer generellen Freigabe sämtlicher Kontakte aus dem Adressbuch für Apps einen Riegel vorschiebt. Die Funktionsweise ähnelt dabei dem Fotoauswahlwerkzeug "Photo-Picker", das Google im Jahr 2022 mit Android 13 eingeführt hat. Google hat zudem die Live-Erkennung bedrohlicher Apps optimiert, um verdächtige Apps und Betrugsversuche schneller zu erkennen. Bei einem Verlust können Nutzer zudem unter "Mein Gerät finden" ein Gerät "als verloren markieren" und dieses über die biometrischen Daten sperren, sodass ein Entsperren per PIN oder Passwort unterbunden wird.
Ein zweiter Schwerpunkt ist Multitasking. Ein Highlight der neuen Version sind die sogenannten Bubbles. Bubbles kennen Android-Nutzer hauptsächlich von Messengern, wo einzelne Unterhaltungen als kleine runde "Bläschen" permanent verfügbar gemacht werden. Diese Idee hatte Google schon vor einigen Jahren einmal, damals war das aber nur für Messaging-Apps gedacht, die das noch dazu explizit unterstützen mussten. Mit dieser Funktion lässt sich nun jede auf einem Gerät installierte App als "Bubble" (Blase) in einem schwebenden Fenster öffnen.
Dafür tippt man länger auf die gewünschte App und wählt das neue Feld "Bubbles" aus. Es können bis zu 5 Apps gleichzeitig zur Bubble werden. Wählt man mehrere Apps dafür aus, werden die Icons übereinander gestapelt. Klickt man auf die Bubble, wird eine Miniaturansicht des Programms angezeigt, mit der man normal interagieren kann. Mit der "Bubble"-Funktion lässt sich eine App an eine beliebige Stelle auf den Bildschirm verschieben, sie bewegt sich jedoch stets automatisch an den Bildschirmrand, um nicht im Weg zu sein. Um die Bubble zu schließen, bewegt man sie in den unteren Bildschirmbereich, wo ein großes "X" erscheint, oder man minimiert sie einfach per Tipp. Das funktioniert sowohl auf Smartphones als auch auf Foldables und Tablets, wobei es auf großen Bildschirmen seine Nützlichkeit besser entfalten kann.
Startbildschirm, Schnelleinstellungen und KI
Generell wurden die Screen-Recording-Fähigkeiten mit einer neuen Toolbar überarbeitet. Über die Bildschirmaufnahmefunktion können Nutzerinnen und Nutzer Reaktionsvideos (Screen Reactions) erstellen, ohne zwischen Apps wechseln oder einen Greenscreen einrichten zu müssen. Mit der Funktion kann man sich selbst und den Smartphonebildschirm gleichzeitig aufnehmen. Ebenfalls neu sind die sogenannten "Screen Reactions". Diese sind primär für Creator gedacht, die über Dinge sprechen wollen, die gerade am Smartphone zu sehen sind. Das sieht dann so aus, dass man selbst im Vordergrund angezeigt wird, während im Hintergrund etwa eine Webseite oder andere Smartphone-Inhalte dargestellt werden. Die Funktion hat Google zuerst im Canary Channel und anschließend in der Android 17 QPR1 Beta 4 getestet.
Auf dem Startbildschirm können Nutzer nun auch die App- und Ordnernamen ausblenden, was einen aufgeräumten Look ermöglicht. Der Pixel Launcher ermöglicht jetzt, auf die Darstellung der App-Namen am Homescreen zu verzichten. Das Ausblenden funktioniert jedoch nicht für den App-Drawer oder für Ordner selbst. Mit Android 17 vollführt Google in den Schnelleinstellungen eine Kehrtwende und bringt separate Kacheln für WLAN- und Mobilfunkempfang zurück. Google hatte mit Android 12 eine einzige "Internet"-Kachel für beide Verbindungsoptionen in die Schnelleinstellungen integriert. So gibt es nun wieder getrennte Schnelleinstellungsschalter für WLAN und Mobilfunk. Damit lassen sich diese beiden Funktionen auch wieder mit einem Druck direkt deaktivieren. Android ist ein sehr diverses Umfeld, das heißt, dass die Gestaltung der Schnelleinstellungen von Hersteller zu Hersteller variiert. Dieser Punkt gilt also hauptsächlich für Googles eigene Geräte.
Ebenfalls vor allem für Nutzer von Android-Smartphones interessant, die sich eng an Googles Vorgaben halten: Der systemweite Dark Mode lässt sich jetzt doch gezielt für einzelne Apps festlegen. Wer also bestimmte Programme von der dunklen Darstellung ausnehmen will, kann das ab sofort. Neu sind zudem die Möglichkeit, die Lautstärke des jeweiligen KI-Assistenten separat zu bestimmen, sodass Assistenten wie Gemini lauter oder leiser als die Musik eingestellt werden können. Mit Version 17 unterstützt Android jetzt das RAW14-Bildformat – laut Google der "De-Facto-Industriestandard für die High-End-Digitalfotografie". Weiter integriert Google Schnittstellen, um abzufragen, welche Kamera genutzt wird – ob etwa eine interne Kamera, eine USB-Webcam oder eine virtuelle Kamera zum Einsatz kommt. Auch herstellerspezifische Kamera-Funktionen (etwa "Super Resolution" oder KI-Funktionen der Hardware-Partner) lassen sich jetzt besser über Erweiterungen ansprechen.
Gaming auf Foldables und Performance
Für Foldables gibt es einen neuen Spielemodus: In diesem lässt sich die eine Hälfte des Geräts als Gamepad verwenden, während die andere das Geschehen darstellt. Android 17 enthält zudem einen neuen Gaming-Modus für Foldables. Dieser Modus nutzt die gesamte Displayfläche des Geräts mittels eines 50/50-Layouts. Die Spielansicht ist oben, ein dynamisches Gamepad unten. Nutzt man einen externen Controller mit nativer Controller-Neuzuordnung, können Gamer ihr Gaming-Erlebnis noch weiter anpassen, so Google. Der neue Gaming-Modus für faltbare Android-Geräte ermöglicht es, ein 50/50-Layout für ein besseres Spielerlebnis zu verwenden. Das Design erinnert ein wenig an den Nintendo DS, mit Steuerelementen unten und dem Spiel oben. So hat man ein anpassbares virtuelles Gamepad. Auf dem Pixel 10 Pro Fold lassen sich mehrere Bubbles zudem in einer speziellen Leiste am unteren Bildschirmrand anzeigen.
Er soll jedoch erst in einigen Monaten, womöglich erst mit Android 17 QPR1 im September, bereitstehen. Von all den Performance-Optimierungen sollen übrigens gerade Spiele profitieren, wie Google versichert. So ist von einer deutlichen Reduktion von gedroppten Frames und Hängern durch das Update die Rede. Ebenfalls neu ist eine Reimplementation der MessageQueue, die ebenfalls Hänger im System verhindern soll. So gibt es nun neue Limits für den Speicherverbrauch von Apps; werden diese überschritten, wird die betreffende App automatisch beendet. Das zielt vorwiegend auf Bugs wie Speicherlecks ab. Im Rahmen der Google I/O deutete das Unternehmen übrigens an, dass man noch weitere Maßnahmen zur Reduktion des Speicherverbrauchs von Android-Systemen setzen will.
Mit Android 17 zieht Google jetzt einen Schlussstrich unter dieses Kapitel und verbietet diese Beschränkung sowie alle bis zuletzt noch vorhandenen Opt-Out-Möglichkeiten – wenn auch mit einer großen Ausnahme: Spiele dürften weiter nach Belieben eigens angepasste und auch beschränkte Oberflächen anbieten. Die neue Vorschrift gilt lediglich für Apps, die auch sonst schon die neuen Schnittstellen von "Cinnamon Bun" nutzen wollen, sowie ein interaktiver Bild-im-Bild-Modus, der speziell für die Nutzung im Desktop-Modus gedacht ist, auch weil das mit dem Blick auf Googles im Herbst kommende Desktop-Version von Android ohnehin im eigenen Interesse sein sollte. Auch Widgets sollen auf externen Displays jetzt besser dargestellt werden. Die Darstellung der Widget-Liste wurde optisch überarbeitet, auch dort kommen nun die offenbar unvermeidbaren Blur-Effekte zum Einsatz.
Barrierefreiheit und Gemini Omni
Generell wird das Erstellen und Bearbeiten von Videos und Fotos mit Gemini Omni einfacher. So lassen sich Bewegtbilder, Aufnahmen und Texte einfach kombinieren. Dazu kann Gemini gleich passende Musik, wahlweise mit Songtext, generieren. Damit Menschen, die auf Hörgeräte angewiesen sind, nicht jede eingehende Nachricht im Hörgerät angekündigt wird, können sie Benachrichtigungstöne fortan auf den Lautsprecher des Smartphones beschränken. Darüber hinaus können Nutzer die Wiedergabe von Klingeltönen und Benachrichtigungen über die Lautsprecher des Telefons sowie über ihre Hörgeräte oder In-Ohr-Implantate vollständig unterbinden. Hierfür werden Pixel-Geräten auf der Seite "Hörgeräte" unter den Einstellungen für Barrierefreiheit zwei neue Schaltflächen angezeigt: eine für Benachrichtigungstöne, eine für Klingeltöne und Wecktöne.
Einfacherer Wechsel von iOS zu Android
Neu in Android 17 ist zudem der vereinfachte Übertragungsprozess von iOS auf Android. Das entspringe Zusammenarbeit mit Apple, damit Nutzerdaten bequemer von einem auf ein anderes Ökosystem geschaufelt werden können, sagt Google. Laut Google lassen sich so Passwörter, Fotos, Nachrichten, Lieblings-Apps, Kontakte und sogar die Anordnung des Startbildschirms drahtlos vom iPhone auf ein neues Android-Gerät übertragen. Apple hatte den leichten Datenumzug schon mit iOS 26.3 umgesetzt. Angekündigt haben die beiden Unternehmen den Datenumzug schon Ende 2025; die EU begrüßte dies. Dieser neue drahtlose Prozess, der auch die Übertragung von eSIMs unterstützt, soll noch in diesem Jahr zunächst auf Samsung-Galaxy- und Google-Pixel-Geräten eingeführt werden. Google hat Quick Share auf dem Pixel 8a und Pixel 9a zudem AirDrop-kompatibel gemacht.
Für viele Pixel-Geräte bietet Google in Deutschland nun auch die mit dem Pixel 10 angekündigte Anruffunktion an. Damit erhält Googles Telefon-App einen Anrufbeantworter mitsamt Transkript-Funktion. Laut Google nutzt "Nachricht aufzeichnen" dasselbe Spam-Erkennungsmodell wie "Call Screen". Die neue Funktion läuft direkt auf dem Pixel-Smartphone, sodass die Daten nicht in der Google Cloud landen. Hierfür kommt ein kleines Gemini-Modell zum Einsatz. Mit dem Pixel Drop steht in Deutschland zudem eine bereits 2025 vorgestellte Anrufaufnahmefunktion zur Verfügung, die Sprachnachrichten für verpasste Anrufe automatisch transkribiert und anzeigt. Für Pixel-Nutzer in Deutschland macht der Pixel Drop außerdem die sprachbasierte Fotobearbeitung in Google Photos verfügbar, bei der Nutzer der KI per Sprache sagen können, wie ein Bild bearbeitet werden soll. Google hat allerdings nicht bekannt gegeben, welche Pixel-Modelle welche Funktionen im Pixel Drop erhalten.
Pixel Watch und Wear OS 7
Auch die Pixel Watch erhält ein Update. Das soll durch Optimierungen 10 Prozent bessere Akkuleistung bringen. Zudem lassen sich damit Live-Events tracken, etwa um Updates zu Sportergebnissen zu erhalten. Die Uhr lässt Nutzer außerdem Multimedia-Inhalte anderer Geräte steuern. So lässt sich bestimmen, welche Songs gerade auf verbundenen Lautsprechern, Kopfhörern oder smarten Brillen abgespielt werden. Das neue Wear OS 7 wird nicht mehr für die erste Pixel Watch verfügbar sein.
Android 17 aller Voraussicht nach Ende August 2027 zur Mindest-SDK-Version für alle Updates im Play Store avancieren wird. Google hat die stabile Version von Android 17 veröffentlicht. Google hat die neue Version seines Betriebssystems Android veröffentlicht. Das ist auch bei Android 17 "Cinnamon Bun" nicht anders, das Google jetzt offiziell enthüllt hat. Mit Android 17 kommen einige Neuerungen für Multitasking, Sicherheit und Gaming, teilt das Unternehmen mit.
Fragen & Antworten
Welche Geräte erhalten Android 17 zuerst?
Das Update wird zuerst für Googles eigene Pixel-Smartphones ab dem Pixel 6 ausgerollt. Geräte anderer Hersteller erhalten die Aktualisierung später, da diese oft modifizierte Varianten des Google-Betriebssystems verwenden.
Was sind die Bubbles in Android 17?
Bubbles sind schwebende Mini-Fenster, in denen sich jede installierte App per Langdruck auf das Icon öffnen lässt. Bis zu fünf Apps lassen sich gleichzeitig als Bubble nutzen, am Bildschirmrand stapeln oder mit einem großen "X" am unteren Rand schließen.
Welche Neuerungen bringt Android 17 für den Datenschutz?
Einmal-Passwörter per SMS sind nur noch für die Ziel-App und die Standard-SMS-App sofort lesbar, andere Apps müssen drei Stunden warten. Hinzu kommen eine Standort-Schaltfläche für genau einmaligen Zugriff, ein Kontaktauswahlwerkzeug sowie ein Standardverbot für den Zugriff auf das lokale Netzwerk.
Android 17 Release: Neue Funktionen für Pixel ab 6 | nachrichten360