Bei einem Verkehrsunfall eines Reisebusses aus Österreich auf der niederländischen Autobahn A28 nahe Wezep sind nach Polizeiangaben acht Menschen verletzt worden.

Hergang des Unfalls

Nach Angaben der niederländischen Polizei ereignete sich der Unfall am Montagmorgen auf der A28 in der Nähe von Wezep, als der Bus aus bislang ungeklärter Ursache von der Fahrbahn abkam. Einsatzkräfte rückten mit mehreren Rettungswagen und einem Hubschrauber an die Unfallstelle aus. Verletzt wurden nach Polizeiangaben acht Menschen, darunter nach ersten Erkenntnissen auch Jugendliche. Die genauen Umstände, die zum Unfall führten, sind Gegenstand laufender Ermittlungen.

An Bord des Reisebusses befanden sich den Angaben zufolge Schülerinnen und Schüler aus dem Großraum Schönberg im Salzburger Land, die sich auf einer mehrtägigen Klassenfahrt in den Niederlanden befanden. Der Bus war laut niederländischen Medien auf dem Weg von Amsterdam nach Zwolle, als das Fahrzeug von der Straße abkam. Erste Informationen deuteten darauf hin, dass der Bus in den Gegenfahrbahn-Bereich geriet und seitlich umkippte.

Die Verletzten wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht, darunter das Isala-Klinikum in Zwolle sowie Einrichtungen in Hardenberg und Meppel. Nach Angaben der Polizei schwebt keine der verletzten Personen in Lebensgefahr. Zum genauen Verletzungsbild – ob es sich um leichte, mittelschwere oder schwere Verletzungen handelt – machten die Behörden zunächst keine detaillierten Angaben.

Sperrung und Verkehrslage

Die Autobahn A28 wurde in beiden Richtungen zeitweise vollständig gesperrt. Der Verkehr staute sich über mehrere Kilometer, wie der niederländische Verkehrsdienst ANWB meldete. Auch die Ausweichstrecken durch die Ortschaft Wezep waren zeitweise überlastet. Erst am späten Vormittag konnte die Fahrbahn in Richtung Zwolle wieder freigegeben werden.

Das österreichische Außenministerium in Wien bestätigte, dass man in enger Abstimmung mit den niederländischen Behörden stehe und eine Betreuung der Betroffenen sowie deren Familien organisiere. Eine Sondereinheit für Katastrophenhilfe und Krisenbewältigung wurde aktiviert, um die Rückreise der nicht verletzten Schülerinnen und Schüler sowie die Kontaktaufnahme zu den Angehörigen zu koordinieren.

Ermittlungen zur Ursache

Die Polizei in Zwolle hat einen Verkehrsermittlungsdienst eingeschaltet, um die Unfallursache zu klären. Geprüft werden laut einer Sprecherin unter anderem ein möglicher Reifenplatzer, ein medizinischer Notfall des Fahrers sowie die Frage, ob das Wetter – zum Zeitpunkt des Unfalls herrschte leichter Regen – eine Rolle spielte. Sachverständige sicherten Spuren an dem verunglückten Fahrzeug.

Der Bus war den Behörden zufolge bei einem österreichischen Unternehmen registriert. Wie das Fahrzeug in den Niederlanden eingesetzt wurde und ob es an einen Reiseveranstalter vermittelt war, ist Teil der laufenden Ermittlungen. Das Unternehmen selbst äußerte sich zunächst nicht öffentlich zu dem Vorfall.

Reaktionen aus Österreich

Eltern und Angehörige wurden über die Schulen sowie eine eigens eingerichtete Hotline informiert. An mehreren Schulstandorten im Großraum Schönberg fanden am Montag Informationsveranstaltungen statt, an denen Vertreter der Schulbehörde, Psychologen und die zuständige Bürgermeisterin teilnahmen.

Die niederländische Staatsanwaltschaft prüft, ob ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet wird. Dies hänge vom Ergebnis der technischen Untersuchung des Busses sowie von den Befragungen der Verletzten und Zeugen ab. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Zwolle sprach von einem „schweren Verkehrsunfall mit Personenschaden".

Bereits in den vergangenen Jahren hatte es in den Niederlanden wiederholt schwere Busunfälle mit Schul- und Reisegruppen gegeben. Verkehrsexperten verweisen darauf, dass Reisebusse aus dem Ausland teils unter erhöhter Belastung und mit langen Fahrtzeiten eingesetzt würden. Forderungen nach strengeren EU-weiten Kontrollen für grenzüberschreitende Bustouren werden seit Jahren diskutiert.