68-Jähriger goss brennbare Flüssigkeit über Mitarbeiterin seines Vermieters – defektes Feuerzeug verhinderte Schlimmeres
Klagenfurt, 11. Juli 2026
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Kurzfassung
In Klagenfurt hat ein 68-jähriger deutscher Staatsbürger am 29. Juni eine 51-jährige Mitarbeiterin seines Vermieters mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und versucht, sie anzuzünden. Weil das mitgebrachte, selbst modifizierte Feuerzeug nicht funktionierte, konnte die Frau entkommen. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft, es wird wegen versuchten Mordes ermittelt.
Ein 68-jähriger deutscher Staatsbürger hat am 29. Juni 2026 in Klagenfurt eine 51-jährige Mitarbeiterin seines Vermieters mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und versucht, sie mit einem selbst modifizierten Feuerzeug anzuzünden; der Mann befindet sich wegen des Verdachts des versuchten Mordes in Untersuchungshaft.
Tathergang
Der Vorfall ereignete sich am Morgen des 29. Juni in Klagenfurt, der Landeshauptstadt Kärntens. Wie die Staatsanwaltschaft Klagenfurt gegenüber der APA bestätigte, betrat der 68-jährige deutsche Staatsbürger das Büro seines Vermieters, um eine seit Längerem schwelende Auseinandersetzung über angebliche Mängel in seiner Wohnung sowie den Wunsch nach einer vorzeitigen Vertragsverlängerung persönlich zu klären.
Da der Vermieter selbst nicht anwesend war, traf der Mann dort nach Angaben der Ermittler nur auf dessen 51-jährige Mitarbeiterin. In der Folge kam es zwischen den beiden zu einem Streit, in dessen Verlauf der Beschuldigte eine Thermosflasche hervorholte, die er mit einer brennbaren Flüssigkeit – vermutlich Ethanol – gefüllt hatte. „Der Mann ging letztlich am 29. Juni in der Früh zum Büro des Vermieters, um die Angelegenheit mit diesem zu klären. Dort traf er dann aber nur auf dessen Mitarbeiterin“, heißt es in den Ermittlungsunterlagen.
Nach Darstellung der Anklagebehörde goss der 68-Jährige den Inhalt der Thermosflasche über die Frau. Anschließend habe er sie festgehalten und versucht, sie mit einem Feuerzeug anzuzünden. „Daraufhin soll er die Frau festgehalten und versucht haben, sie mit einem Feuerzeug anzuzünden. Dies misslang, da das Feuerzeug nicht funktionierte“, berichtete die Staatsanwaltschaft.
Die Ermittler gehen davon aus, dass der deutsche Staatsbürger sein Opfer gezielt in Brand setzen und deren Tod in Kauf nehmen wollte. „Die Ermittler gingen davon aus, dass der Deutsche sein Opfer anzünden wollte und so dessen Tod in Kauf nahm“, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde. Darüber hinaus deutet der bisherige Ermittlungsstand nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft auf eine geplante Tat hin: „Der Angriff dürfte nach ersten Ermittlungen geplant gewesen sein, hieß es von der Anklagebehörde.“
Ermittlungen und Motiv
Der geschockten Frau gelang es, mit leichten Blessuren zu flüchten und die Polizei zu alarmieren. „Die 51-Jährige alarmierte die Polizei, woraufhin diese den Mann festnahm“, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Frau erlitt nach bisherigen Erkenntnissen lediglich leichte Verletzungen.
In seiner ersten Einvernahme gab der 68-Jährige laut Staatsanwaltschaft als Motiv an, er habe sich „nicht verstanden gefühlt“ und eine Klärung seiner Wohnungssituation gewollt. Er habe sich an dem Morgen in das Büro des Vermieters begeben, um die Angelegenheit zu klären. Diese Aussage steht in einem deutlichen Kontrast zu den bisherigen Ermittlungsergebnissen, die auf ein geplantes Vorgehen hindeuten.
Funde in der Wohnung
Das mitgebrachte Feuerzeug hatte der Mann eigenen Angaben zufolge selbst „verfeinert“, wie aus den Ermittlungsakten hervorgeht. Nach seiner Festnahme durchsuchten die Einsatzkräfte die Wohnung des Beschuldigten. „Nach der Festnahme wurden in der Wohnung des Mannes zudem unter anderem Sprengmittel und Waffen gefunden“, erklärte die Anklagebehörde. Über den genauen Umfang und die Art der sichergestellten Gegenstände wurde zunächst nichts Näheres bekannt.
Der Beschuldigte wurde noch am Tag der Festnahme in die Justizanstalt Klagenfurt eingeliefert. „Über den Mann wurde inzwischen die Untersuchungshaft verhängt, gegen ihn wird wegen versuchten Mordes ermittelt“, so die Staatsanwaltschaft Klagenfurt. Die U-Haft wurde über den Beschuldigten verhängt, der nach Angaben der Behörde bisher strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten war: „des bisher unbescholtenen Beschuldigten“.
Psychiatrisches Gutachten
Nun soll ein psychiatrisches Gutachten erstellt werden, um die Zurechnungsfähigkeit des Mannes zu klären. „Ein Gutachten soll nun die Zurechnungsfähigkeit des bisher unbescholtenen Beschuldigten klären“, teilte die Anklagebehörde mit. Hintergrund ist, dass der 68-Jährige laut ORF Kärnten zuvor in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht gewesen sein soll: „zuvor soll er laut ORF Kärnten in der Psychiatrie aufhältig gewesen sein“.
Die Behörden schließen nicht aus, dass der Mann ursprünglich nicht die Mitarbeiterin, sondern den Vermieter selbst als Opfer ins Auge gefasst hatte. Dafür spreche, dass der Beschuldigte am Morgen des 29. Juni in das Büro seines Vermieters ging, um die Wohnungsangelegenheit zu klären, dort aber nur auf die Mitarbeiterin traf. Zwischen dem 68-Jährigen und seinem Vermieter soll es nach Darstellung der Ermittler „schon seit einiger Zeit Streit“ gegeben haben, wobei es unter anderem um Wohnungsmängel und die Bitte um eine vorzeitige Vertragsverlängerung ging.
Mediale und politische Reaktionen
Erstmals berichtete die „Kleine Zeitung“ über den Fall. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Klagenfurt dauern an, die Behörde bittet um Verständnis dafür, dass zum aktuellen Zeitpunkt keine weiteren Details zum Hintergrund des Beschuldigten oder zum genauen Ablauf der Tat öffentlich gemacht werden können.
Die Anklagebehörde betonte, dass die Frau nur leicht verletzt wurde und sich in ärztlicher Behandlung befindet. Das Landeskriminalamt Kärnten hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Gegen den 68-jährigen deutschen Staatsbürger wird wegen versuchten Mordes ermittelt, die Höchststrafe dafür beträgt in Österreich bis zu 15 Jahre Freiheitsstrafe.
Über das Motiv des Mannes herrscht weiter Unklarheit. Während er in seiner Einvernahme Unverständnis und den Wunsch nach Klärung seiner Wohnungssituation als Beweggrund nannte, deuten die sichergestellten Sprengmittel und Waffen in seiner Wohnung sowie die Vorbereitung des Feuerzeugs und das Mitführen der gefüllten Thermosflasche auf eine deutlich aggressivere Absicht hin.
Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt wies zudem darauf hin, dass sich die Angaben des Beschuldigten teilweise widersprechen. So habe der 68-Jährige zwar eingeräumt, die Thermosflasche mit der brennbaren Flüssigkeit mitgebracht und die Frau mit dem Inhalt übergossen zu haben. Die anschließende versuchte Brandstiftung bestritt er demnach jedoch zunächst.
Verteidiger oder Angehörige des Beschuldigten haben sich bisher nicht öffentlich zu dem Vorfall geäußert. Auch die Identität des Vermieters sowie der Name der Mitarbeiterin wurden von der Staatsanwaltschaft nicht bekannt gegeben, um die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen zu schützen.
Die Causa beschäftigt mittlerweile auch die Kärntner Landespolitik, da sie Fragen nach dem Umgang mit psychisch auffälligen Personen sowie nach der Sicherheit in Mietverhältnissen aufwirft. Der Fall wird in den kommenden Wochen Gegenstand weiterer parlamentarischer und medialer Debatten sein.
Die Justizanstalt Klagenfurt, in die der 68-Jährige nach seiner Festnahme eingeliefert wurde, verfügt über eine eigene Abteilung für psychisch auffällige Häftlinge, in die der Beschuldigte nach Vorliegen des angeforderten Gutachtens verlegt werden könnte.
Fragen & Antworten
Was ist am 29. Juni in Klagenfurt passiert?
Ein 68-jähriger deutscher Staatsbürger übergoss eine 51-jährige Mitarbeiterin seines Vermieters mit einer brennbaren Flüssigkeit aus einer Thermosflasche und versuchte, sie mit einem selbst modifizierten Feuerzeug anzuzünden. Weil das Feuerzeug nicht funktionierte, konnte die Frau entkommen und die Polizei alarmieren.
Warum sitzt der Mann in Untersuchungshaft?
Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt hat über den 68-Jährigen die Untersuchungshaft verhängt und ermittelt gegen ihn wegen versuchten Mordes. Zudem soll ein Gutachten seine Zurechnungsfähigkeit klären.
Was wurde in der Wohnung des Beschuldigten gefunden?
Nach seiner Festnahme durchsuchten die Einsatzkräfte die Wohnung des Mannes und stellten dort nach Angaben der Anklagebehörde unter anderem Sprengmittel und Waffen sicher.
Klagenfurt: Mann übergießt Frau mit Flüssigkeit – U-Haft | nachrichten360