65-Jähriger in Kössen erhält unerwartet hohe Überweisungen und wird Opfer von Kreditbetrügern
Kössen, 24 August 2026
AI-generated image (z-image via Kie.ai)
Kurzfassung
Ein 65-jähriger Tiroler erhielt unerwartet zwei Überweisungen im niedrigen fünfstelligen Eurobereich auf sein Konto. Wenig später meldete sich ein Inkassobüro und forderte das Geld zurück – die Polizei ermittelt wegen Kreditbetrugs.
Kössen, 24 August 2026
Ein 65-jähriger Österreicher aus Kössen in Tirol ist Opfer von Kreditbetrügern geworden, nachdem er plötzlich zwei Überweisungen im niedrigen fünfstelligen Eurobereich auf seinem Konto erhalten hatte und anschließend von einem Inkassobüro zur Rückzahlung aufgefordert wurde.
Der Fall ereignete sich in der Gemeinde Kössen im Bezirk Kitzbühel. Nach Angaben der Ermittler hatte der 65-Jährige zuvor weder einen Kredit beantragt noch eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Die Überweisungen gingen ohne sein Zutun auf seinem Konto ein – ein erstes deutliches Warnsignal für eine Form des sogenannten "Inkassobetrugs", bei dem Täter ahnungslosen Privatpersonen unrechtmäßig Geld zukommen lassen und anschließend die Rückzahlung einfordern.
Die Täter nutzen dabei einen psychologischen Trick: Wer eine hohe Summe auf dem eigenen Konto entdeckt, die nicht zugeordnet werden kann, ist verunsichert. Genau in diesem Moment meldet sich ein Inkassounternehmen oder eine angebliche Bank und verlangt die sofortige Rücküberweisung des Betrags – häufig unter Zeitdruck oder mit Verweis auf angebliche rechtliche Konsequenzen. Wer zahlt, verliert das Geld an die Betrüger.
Wie die Masche funktioniert
Der Tiroler erkannte die Lage offenbar rechtzeitig und wandte sich an die Polizei. Die Beamten nahmen Ermittlungen auf, um die Herkunft der beiden Überweisungen nachzuvollziehen und mögliche Hinterleute zu identifizieren. Laut den zuständigen Stellen gilt der 65-Jährige nun als Geschädigter, nicht als Schuldner. "Derzeit werden weitere Ermittlungen geführt", hieß es dazu vonseiten der Ermittlungsbehörden.
Wie der konkrete Tathergang im Fall Kössen ablief, ob die Betrüger die personenbezogenen Daten des Mannes aus einem Datenleck bezogen hatten oder ob der Name und die Bankverbindung anderweitig in Erfahrung gebracht wurden, ist noch unklar. Auch die Frage, ob es bereits weitere Geschädigte gibt, ist Gegenstand der laufenden Recherchen.
Aus Sicht von Verbraucherschützern handelt es sich bei der Methode um eine bekannte Variante des Online-Betrugs. In den vergangenen Jahren haben ähnliche Fälle in Österreich und Deutschland zugenommen, bei denen Täter Konten mit fremdem Geld aufladen und die Empfänger anschließend unter Druck setzen. Häufig wird den Betroffenen suggeriert, sie hätten einen vermeintlichen Kleinkredit aufgenommen und müssten diesen nun zurückzahlen.
Was die Polizei Betroffenen rät
Die Ermittler warnen ausdrücklich davor, unerwartete Geldeingänge eigenmäßig zurückzubuchen. Wer eine nicht zuordenbare Überweisung erhalte, solle sich direkt an die Hausbank und die nächste Polizeidienststelle wenden, statt auf Forderungen von Inkassobüros oder angeblichen Gläubigern einzugehen. Auch eine schriftliche Bestätigung der Bank, dass kein eigener Vertrag bestehe, könne helfen.
In Kössen bleibt der Mann nach dem Vorfall nach Angaben der Polizei zwar ängstlich, aber gesundheitlich stabil. Eine Sprecherin der zuständigen Dienststelle erklärte, dass man alle notwendigen Schritte einleite, um die Täter ausfindig zu machen. Die Höhe der beiden Überweisungen wird im niedrigen fünfstelligen Eurobereich vermutet, was den finanziellen Schaden bei einer erfolgreichen Rückbuchung erheblich gemacht hätte.
Verbraucherschutzorganisationen raten in solchen Fällen, jeden Kontaktversuch des angeblichen Gläubigers zu dokumentieren, Screenshots von Nachrichten und Anrufen zu sichern und diese der Polizei zu übergeben. Zudem könne eine Meldung beim Banken-Ombudsmann sinnvoll sein, um mögliche Forderungen Dritter abzuwehren.
Hinweise an die Bevölkerung
Die Staatsanwaltschaft prüft nach Informationen aus Ermittlerkreisen mehrere mögliche Tatvarianten, darunter den klassischen Kreditbetrug sowie das Erlangen persönlicher Daten mittels Phishing. Ob es Festnahmen gab oder konkrete Verdächtige benannt wurden, war zum Zeitpunkt der Anfrage noch offen.
Der Fall aus Kössen reiht sich in eine wachsende Zahl von Meldungen ein, bei denen Privatpersonen in Österreich unerwartet größere Geldbeträge auf ihren Konten vorfinden. Die Polizei beobachtet die Entwicklung und bittet die Bevölkerung, verdächtige Vorfälle jederzeit zu melden.
Abschließend rufen die Behörden dazu auf, Bankauszüge regelmäßig zu kontrollieren und bei Auffälligkeiten sofort zu reagieren. Nur so könne verhindert werden, dass sich die Täter weiterhin auf Kosten ahnungsloser Bürger bereichern. Die Ermittlungen in Kössen dauern an.
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, man stehe erst am Anfang der Ermittlungen. Weitere Erkenntnisse würden im Zuge der Auswertung von Bankdaten und Kommunikationsprotokollen erwartet. Bis dahin bittet die Polizei andere Bürgerinnen und Bürger, wachsam zu bleiben.
Fragen & Antworten
Wer ist das mutmaßliche Opfer in Kössen?
Bei dem Geschädigten handelt es sich um einen 65-jährigen österreichischen Staatsbürger mit Wohnsitz in Kössen in Tirol, der nach eigenen Angaben keine Kreditvereinbarung abgeschlossen hatte.
Wie lief der mutmaßliche Betrug konkret ab?
Der Mann erhielt ohne sein Zutun zwei Überweisungen im niedrigen fünfstelligen Eurobereich auf sein Konto; anschließend meldete sich ein Inkassobüro und forderte die Rückzahlung des Geldes.
Was raten die Behörden bei unerwarteten Geldeingängen?
Die Polizei empfiehlt, nicht eigenmäßig zurückzubuchen, sondern sofort die Hausbank und die nächste Polizeidienststelle zu informieren und sämtliche Kontaktaufnahmen zu dokumentieren.
Kreditbetrug Kössen: 65-Jähriger erhält hohe Überweisungen | nachrichten360