Rund 320 identische goldene Mozart-Figuren des Konzeptkünstlers Ottmar Hörl sind seit Mittwoch an mehreren Orten in Salzburg aufgestellt, um den 270. Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart zu würdigen.
Rund 320 goldene Mozart-Figuren des deutschen Konzeptkünstlers Ottmar Hörl sind seit Mittwoch an mehreren Orten in Salzburg aufgestellt. Die Stiftung Mozarteum beauftragte die Installation zum 270. Geburtstag des Komponisten und verbindet dabei Musikgeschichte mit zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum.
Rund 320 identische goldene Mozart-Figuren des Konzeptkünstlers Ottmar Hörl sind seit Mittwoch an mehreren Orten in Salzburg aufgestellt, um den 270. Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart zu würdigen.
Die Internationale Stiftung Mozarteum hat die Installation in Auftrag gegeben, die unter dem Titel "Mozart - das unbezähmbare Genie" an verschiedenen Standorten in der Stadt zu sehen ist. Die Figuren sind jeweils 50 Zentimeter hoch, aus Kunststoff gefertigt und zeigen den Komponisten als jungen "Wolferl", der seine linke Hand sanft auf den Kopf einer Hündin legt, die sich eng an seine Seite schmiegt.
Linus Klumpner, Geschäftsführer der Stiftung Mozarteum, erklärte zur Zielsetzung des Projekts: "Wir wollen Mozart mit zeitgenössischem Kunstschaffen verbinden, denn sein Werk und seine Persönlichkeit sind weiterhin eine Quelle der Inspiration und ein Impulsgeber für nachfolgende Künstlergenerationen." Klumpner hob zudem hervor: "Eine Besonderheit des aktuellen Projekts ist, dass es nicht nur in den Museen stattfindet, sondern auch den öffentlichen Raum bespielt."
Der Großteil der Figuren wurde auf zwei schmalen Rasenflächen in der Nähe der Bastion und des Museumspavillons in den Mirabellgärten platziert. Kleinere Gruppen sind im Tanzmeistersaal der Mozart-Wohnhaus, im Haus der Zauberflöte und im Garten des Mozarteums zu sehen. Ursprünglich waren 400 Figuren angekündigt worden, letztlich wurden insgesamt mehr als 320 Figuren produziert, teilweise als Reserve.
Hintergrund der Gestaltung ist ein Detail aus Mozarts Privatleben: Die Familie besaß einen geliebten Hund namens Pimperl, der im Briefwechsel der Familie dutzende Male erwähnt wird. Ottmar Hörl sagte anlässlich der Eröffnung der Ausstellung: "Nicht nur Musik spielte bei der Familie Mozart eine große Rolle, sondern auch der geliebte Vierbeiner namens Pimperl. Im Briefwechsel der Familie wird der vierbeinige Freund dutzende Male erwähnt." Die Skulpturen greifen diese menschliche Seite des Genies auf und zeigen Mozart in einer für die Öffentlichkeit ungewohnten Pose.
Ottmar Hörl, geboren 1950, zählt zu den führenden europäischen Konzeptkünstlern und ist für groß angelegte Serieninstallationen im öffentlichen Raum bekannt. In Straubing in Bayern hatte er bereits 1.250 Gartenzwerge installiert, die alle den rechten Arm zum Hitlergruß erhoben. Auf Berlins Prachtstraße Unter den Linden platzierte er 10.000 Bären, in Nürnberg installierte er 7.000 Dürer-Hasen.
Hörl selbst beschrieb die Intention seiner Salzburg-Installation mit den Worten: "Die Installation solle Impulse setzen, zum Diskurs einladen, Menschen miteinander ins Gespräch bringen und Menschen und Orte verbinden." Damit reiht sich das Projekt in eine Reihe von Hörl-Arbeiten ein, die durch ihre schiere Menge und ihre Präsenz im Alltag der Passanten Irritation, Nachdenken und Begegnung auslösen sollen.
Die Stadt Salzburg wird durch die Aktion zur Bühne einer Kunstaktion, die bewusst niedrigschwellig ist: Die Figuren stehen frei zugänglich auf Rasenflächen, in Innenhöfen und Gärten. Der Künstler rechnet damit, dass einige Figuren als Souvenirs aus den Mirabellgärten verschwinden könnten. Die Stiftung Mozarteum versteht das Projekt als Beitrag dazu, das Erbe Mozarts über die Grenzen klassischer Konzertsäle hinaus sichtbar zu machen.
Die Mozart-Bezüge in Wien ergänzen das Bild: An der Vordächnung der Albertina in Wien steht aktuell ein pinker Dürer-Hase von Hörl, 2,5 Meter hoch und 3,7 Meter lang. Auch diese Installation ist Teil von Hörls Strategie, Kunst aus dem musealen Rahmen herauszuholen und in den städtischen Alltag zu tragen. Salzburg reiht sich damit in eine Reihe europäischer Städte ein, die Hörl mit Großinstallationen bespielt hat.